Single-Portionen statt Familienpackungen

Im Bereich Convenience hat Deutschland einen großen Nachholbedarf. Der Handel hat das Potenzial der Single-Haushalte aber längst erkannt.

Die Zahl der Single-Haushalte hat sich seit 1991 verdoppelt und nimmt weiterhin zu, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Heute lebt bereits jeder fünfte Deutsche in einem Einpersonen-Haushalt, während die Zahl der Haushalte mit drei oder mehr Personen, ob nun Familie oder Wohngemeinschaft,  im selben Zeitraum um 20 Prozent abgenommen hat. Was zur Folge hat, dass in den eigenen vier Wänden immer seltener selbst gekocht wird, weil sich das für eine einzelne Person nicht mehr lohnt. Vor allem in den Großstädten lassen Singles und Paare sich ihr Essen liefern oder greifen auf Fertigessen zurück, wenn sie nicht gleich auswärts essen.

Immer frisch — Food to go

Lange Zeit verschmäht, erfreuen sich High-Convenience-Produkte deshalb einer erhöhten Nachfrage, wie auch die letzte Gastro Vision gezeigt hat. Mittlerweile werden sie in immer größeren Mengen in Supermärkten und sogar von Discountern angeboten. So hat Rewe in 450-Aral-Tankstellen eigene To-go-Shops und in Großstädten kleinere City-Märkte eröffnet und will den Fertigessen-Spezialisten Lekkerland übernehmen. Aldi testet im Londoner Szene-Stadtteil Camden ein neues Konzept namens Aldi Local. Und Lidl eröffnete erst kürzlich in München zwei Mini-Filialen.

Ideal für Single-Haushalte

Ganz so weit wie in manchen asiatischen Ländern ist man bei uns allerdings noch nicht. Dort werden neue Wohnungen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, gar nicht erst mit einer Küche ausgestattet. „Kochen sei nicht vorgesehen, Essen ist was für draußen, wird bestellt oder mitgebracht.“