Chronik der Woche

Das türkische Nationalgetränk Ayran vertreibt den Kater. Espressokannen verlieren zunehmend an Beliebtheit. Und die Flut von Einwegbechern wird eingedämmt. Die Woche im Überblick.

Zu einer Strafe in Höhe von 70.000 Euro wurde kürzlich eine türkische Firma verurteilt, weil sie ihren Eistee „Didi“ mit dem Slogan beworben hatte: „Ich habe Ayran getrunken, das hat mich einschlafen lassen.“ Das türkische Handelsministerium sah darin eine „grundlose Beleidigung“ des 2013 von Premierminister Recep Tayyip Erdoğan zum Nationalgetränk erklärten Trinkjoghurts, der, so das Magazin der Süddeutschen Zeitung, auch urbanen Bohemiens, „die am Vorabend ein Craftbeer zu viel hatten und nun kaum einen klaren Gedanken für ihren Modeblog fassen können“, über den Kater hinweghilft. In der Tat erfreut sich Ayran auch hierzulande immer größerer Beliebtheit, weil die darin enthaltene Säure dem Alkoholabbau dient und sein Salz verlorene Mineralstoffe ersetzt.

Erdoğans Nationalgetränk

Ciao, Bialetti!

Bereits seit 2003 wird eine Espressokanne von Bialetti im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt. Spätestens seit ein Werbespot die Kanne, die 1933 von dem Aluminiumgießer Alfonso Bialetti erfunden wurde, direkt vor den Abendnachrichten anpries, fehlt sie in kaum einem italienischen Haushalt und soll sich bereits 300 Millionen Mal verkauft haben. Doch seit Bialetti auch an der Börse notiert wird, sinkt der Aktienwert kontinuierlich.  Eine Zahlungsunfähigkeit konnte das Unternehmen laut FAZ zwar abwenden, doch Aluminiumkannen, in denen das Wasser durch Erhitzen nach oben gedrückt und als Mokka aufgefangen wird, kommen immer mehr aus der Mode. Schuld darin sind die Kaffeevollautomaten, die zwar wesentlich teurer sind, aber auch eine höhere Qualität des Kaffees garantieren. 

return. reuse. recycle

Recycle or die

Immer mehr Anbieter schenken Kaffee in Pfandbechern von Recup aus, um die Flut von Einwegbechern einzudämmen. Allein in Hamburg gibt es mittlerweile 250 Standorte, an denen sich Kunden für einen Euro Pfand einen recyclebaren Kunststoffbecher ausleihen und an einem anderen Standort wieder zurückgeben können. Die Bäckereikette Dat Backhus ist mit 118 Filialen dabei, die Supermarktkette Rewe mit 29 Filialen, auf dem Hamburger Dom bieten allein 35 Betriebe diesen Service an, und auch das Bistro der Umweltbehörde schenkt seit 2016 nur noch Kaffee in Mehrwegbechern aus. Mit dem Ergebnis, dass die Hamburger Verkehrsbetriebe bereits 500.000 Wegwerfbecher weniger entsorgen müssen — pro Jahr.