Die Personalien der Woche

Benny Adrion weiß einfach alles. Jean-Georges Ploner ist nun Präsident des Leaders Club. Die Ökobrauerei Lammsbräu bezichtigt Volvic des Etikettenschwindels. Der Bier-Blogger der FAZ outet sich als Sauerbier-Fan. Und Ilja Rogoff hat nie gelebt. Die Woche im Überblick.

Benny Adrion, der Gründer von Viva con Agua, dem offiziellen Wasser der Gastro Vision, gewann am vergangenen Samstag bei der Quiz-Show „Ich weiß alles“ 100.000 Euro. Der ehemalige Fußball-Profi des FC St. Pauli wusste nicht nur, welche Tiere ihre Augen nicht schließen können (Schlangen), welcher Speisefisch sich nicht züchten lässt (der Aal) und was Thomas Mann zum „Zauberberg“ inspirierte (der Sanatoriumsaufenthalt seiner Frau). Er hatte auch seinen Asterix gelesen und beantwortete korrekt die Frage, was bei den Galliern Macht und Tapferkeit symbolisierte — Wildschweine. 3.000 Euro spendete Adrion noch in der Sendung seiner Konkurrentin für deren „Herzensprojekt“,  97.000 Euro fließen hingegen in die Kassen der Initiative Viva con Agua, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser in Afrika und Asien engagiert.

Leader of the Gang — Jean-Georges Ploner

Jean-Georges Ploner, von der Gastro Vision bestens bekannt als Vortragsredner und Speaker (Out of the Box), wurde zum Präsidenten des internationalen Leaders Club gewählt, den er 2001 mitgegründet hatte. Der in Straßburg geborene Sohn eines Gastronomen gilt in der Branche als Vordenker und Trendexperte und wird Sie auch auf der Gastro Vision 2019 beraten.

So geht Bio

Susanne Horn, Geschäftsführerin der Neumarkter Ökobrauerei Lammsbräu, hat den Danone-Konzern abgemahnt, weil dessen Mineralwasser-Marke Volvic vorgibt, „Premiumwasser in Bio-Qualität“ zu enthalten. Volvic sei jedoch kein Bio-Mineralwasser, sondern trage „nur ein Schein-Bio-Siegel“. Im Hause Danone mag man die Aufregung nicht verstehen, schließlich sei das Volvic-Siegel vom unabhängigen Fresenius-Institut vergeben worden, nach Erfüllung 97 strenger ökologischer und sozialer Prüfkriterien. Der Ökobrauerei zufolge ließen die Richtlinien von Fresenius jedoch genau so viele Rückstände von Pestiziden zu wie die derzeit geltenden Regelungen für konventionelles Mineralwasser.

Uwe Ebbinghaus, der Bier-Blogger der Frankfurter Allgemeinen, outete sich als Fan von Sauerbier, das in Deutschland ein Schattendasein fristet und nur schwer im Getränkehandel erhältlich ist. Wenn man in der richtigen Stimmung sei, könne man sich „dem wohligen, warmen Gefühl, das von Sauerbieren, Lambics und Gueuzen im Magen hervorgerufen wird“, kaum entziehen. Das „Geschmacksspiel“, das diese Biere mit bestimmten Käsesorten eingingen, sei „kaum schlagbar“. Und zudem könnten Sauerbiere, „die sich im Lauf der Lagerung und durch Flaschengärung geschmacklich stark verändern“, sehr erfrischend sein, ohne in Sachen „Drinkability“ hervorzustechen.

Georg Rüschemeyer ist für die FAZ der Frage nachgegangen, ob Knoblauch wirklich so gesund ist, wie immer behauptet wird, und hat nebenbei herausgefunden, dass Ilja Rogoff, mit dessen Bild schon seit Jahrzehnten Knoblauchpillen beworben werden, keine historische Person ist, sondern — wer hätte das gedacht? — eine PR-Erfindung. Dass Rogoff 130 Jahre alt wurde, hatte sich möglicherweise der Journalist Hans Schwarz van Berk ausgedacht, der erst in Goebbels’ Propagandaministerium und nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer eigenen Werbeagentur Karriere gemacht habe. Dass Knoblauch einen länger am Leben halte, sei zudem wohl eher ein Wunschdenken. Denn das „Land der Hundertjährigen“, Ilja Rogoffs angebliche Heimat Bulgarien, habe im europäischen Vergleich einen der geringsten Anteile sehr alter Menschen.