Fritten-Krieg zwischen Belgien und Kolumbien

Die Europäische Union verteidigt die Dumpingpreise belgischer Pommes Frites. Der Geschmack von Lebensmitteln lässt sich aber nicht urheberrechtlich schützen. 

Die Europäische Union um Hilfe gebeten hat Belgien, das sich in einem Fritten-Konflikt mit Kolumbien befindet. Die Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte bereits ihre Unterstützung zu und bereitet aktuell eine rechtliche Auswertung vor, um den Fall vor die Welthandelsorganisation WTO zu bringen:  „Europa wird seine Pommes Frites verteidigen.“

Kolumbien wehrt sich gegen belgische Billig-Pommes

Die Produktion von belgischen Pommes Frites ist zwischen 1990 und 2017 von 500.000  auf 4,6 Millionen Tonnen gestiegen. 90 Prozent davon werden exportiert, ein Drittel in Nicht-EU-Länder. Kolumbien will nun Importbeschränkungen auf „gefrorene Kartoffeln aus Belgien, Holland und Deutschland” verhängen, weil die zu Dumpingpreisen exportiert werden und den einheimischen Anbau bedrohen. Betroffen von den Dumpingpreisen sind etwa 100.000 Familien, die vom Kartoffelanbau leben. Südafrika und Brasilien haben bereits vor längerer Zeit Importbeschränkungen verhängt, weil die Dumpingpreise die enheimische Produktion schädigten.

Geschmacksneutrales Urteil

Einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zufolge kann der Geschmack eines Lebensmittels nicht urheberrechtlich geschützt werden. Zum einen, weil es kein Werk sei, das wie ein Buch oder eine CD wegen seiner geistigen Schöpfungen und Ausdrucksformen nicht plagiiert oder ohne Zustimmung kopiert werden darf. Und zum anderen, weil eine „präzise und objektive Identifizierung” von Geschmack nicht möglich sei. Das hätte sich der niederländische Frischkäse-Hersteller Levola, der seine Rechte am Geschmack seines „Heksenkaas“ durch einen Konkurrenten verletzt sah, allerdings auch denken können. Schließlich heißt es im Volksmund so treffend: Die Geschmäcker sind verschieden.