Give Peace no Chance

John Lennons Witwe Yoko Ono verklagt Hamburger Szene-Bars und eine polnische Limonade wegen Missbrauchs ihrer Namen.

Es dauerte 46 Jahre, bis Yoko Ono, der Witwe des 1980 erschossenen Beatle John Lennon, ein Urheberrecht am Song „Imagine” zugesprochen wurde. Aus Freude über die nachträgliche Anerkennung ihrer Autorenschaft soll Yoko Ono, der Paul McCartney einst vorgeworfen hatte, für die Trennung der Beatles verantwortlich zu sein, geweint haben. Warum dies erst in diesem Herbst geschah, lässt die Fans allerdings rätseln, hatte Lennon doch einst einem BBC-Reporter anvertraut, dass der Text und das Konzept des Liedes, das zur Hymne der internationalen Friedensbewegung wurde, von seiner Frau stamme, er aber seinerzeit „zu egoistisch und zu machohaft” gewesen sei, um sie als Co-Autorin zu erwähnen.

Give Peace a Bass 1

Ende gut, alles gut? Von wegen. Die Anerkennung, die Yoko Ono  daraufhin zuteil wurde, hat sie schnell wieder verspielt. Konnte man noch verstehen, dass sie einem polnischen Getränkeproduzenten untersagen ließ, eine Limonade „John Lemon” zu nennen, weil dadurch die Persönlichkeits- und Markenrechte ihres verstorbenen Mannes verletzt würden, fiel das einem schon schwer, als sie eine kleine Bar im Hamburger Karoviertel verklagte, weil die sich seit 17 Jahren „Yoko Mono” nannte. Der Betreiber der Bar, Nima Garous-Pour, gab schließlich klein bei, weil er es sich nicht leisten konnte, in Revision zu gehen — und eröffnete kurz darauf eine neue Bar, die er ausgerechnet nach  jener polnischen Limonade benannte und in der unter dem Motto „Give Peace a Bass” DJ-Abende veranstaltet wurden. Und die nun ebenfalls von Yoko Ono verklagt wird, weil sie mit der Namensgebung John Lennons Vermächtnis missbrauche.

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Rein rechtlich ist dagegen wohl auch in diesem Fall nichts einzuwenden, doch wie heißt es so schön im Song „Imagine”, der von der Utopie einer Welt handelt, in der es weder Staaten noch Religionen und somit auch keine Kriege gibt: „Imagine no possessions … imagine all the people sharing all the world.“ Offensichtlich ist Yoko Ono nicht bereit, alles mit der Welt zu teilen, noch nicht mal, wenn eine Bar nach dem Idol ihres Besitzers benannt wird. Und das ist alles andere als cool, sondern peinlich.

Zu guter Letzt: Die polnische Limonade wurde inzwischen in „On Lemon” umbenannt und wirbt mit dem Slogan „John is On”.