Aktuelle Wochenschau

Der teuerste Whisky war ein Fake. Penny schafft Deutschland ab. Arbeitslose ersetzen Plastiktüten. Koreanische Studie warnt vor Bauchfett. Amazon Fresh expandiert in München. Nutellagate im Internet. Die Höhle der Löwen. Die Tränenrate von Hotelgästen. TripAdvisor warnt vor sexuellen Übergriffen. Schwäbisch-Kurs mit Harald Schmidt. Die Woche im Überblick.

Oops! Einer der teuersten Whiskys war eine Fälschung. Nachdem ein chinesischer Geschäftsmann im Schweizer Kurort St. Moritz 8.600 Euro für ein Gläschen Single Malt Macallan-Whisky aus dem Jahr 1878 bezahlt hatte, stellte sich nun heraus, dass der „zu 95 Prozent zwischen 1970 und 1972 hergestellt wurde“. Die Echtheit hatte Sandro Bernasconi, in dessen Hotel der Whisky ausgeschenkt worden war, überprüfen lassen. Und er flog auch gleich selbst nach China, um sich persönlich bei seinem Gast zu entschuldigen. So kommt man gleich zweimal in die Schlagzeilen.

Facebook-Werbung von Penny

Facebook-Werbung von Penny

Team Zipfelmann

Seit vergangenem Montag bietet der Discounter Penny Schokoladen-Weihnachtsmänner an, deren Mäntel nicht rot sind, sondern so bunt wie ein Regenbogen. Die Anspielung auf die Regenbogen-Koalition von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender erregte den Unmut von Wutbürgern, bevor der „Zipfelmann” von Penny überhaupt in den Läden stand. Manch einer sah bereits das Abendland brennen und erboste sich, weil er seine Kultur nicht mehr „ausleben” könne: „Deutschland schafft sich ab.” Dabei gibt es Weihnachtsmänner in Rot erst, seit Coca-Cola den ursprünglich braunen Mantel durch einen in der Farbe ihres Schriftzugs ersetzt hat.

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Veganes Benzin

„EU will Plastiktüten in Supermärkten durch arbeitslose Jugendliche ersetzen.” Das meldet das ehrliche Nachrichtenmagazin Der Postillon. Dem Bericht zufolge sollen schon 2018 umweltschädliche Plastiktüten verboten werden und arbeitslose Jugendliche für ein Entgelt von 10 bis 50 Cent den Kunden die Einkäufe nach Hause tragen.
Auch nicht schlecht: Veganer müssen beim Tanken keine Kompromisse mehr eingehen. An Esso-Tankstellen könne man nun auch Benzin tanken, das keine tierischen Fossilbestandteile enthält. Allerdings habe das Veganbenzin auch seinen Preis und koste 12,93 Euro pro Liter.

Vorsicht, Bauchfett!

Wer nicht  in Gesellschaft isst, lebt ungesünder. Das haben Wissenschaftler des Dongguk-Universitätsklinikums im südkoreanischen Seoul herausgefunden, die 7725 Erwachsene nach ihren Essgewohnheiten befragten. Von Bauchfett bedroht, so Die Welt kompakt, seien demnach vor allem allein lebende Männer, die sich vor dem Fernseher von Fertiggerichten ernähren, weil das einsame Speisen den Blutdruck und Cholesterinspiegel erhöhten.

Amazon lernt dazu

Dass man mit Lebensmitteln nicht so leicht handeln kann wie mit Büchern, CDs oder DVDs, musste nun auch der Internet-Riese Amazon erkennen. Ab Ende des Monats zieht sich seine Lebensmittelsparte Amazon Fresh aus neun Bundesstaaten der USA zurück und liefert voraussichtlich nur noch in Städten Tiefkühl-Pizzen, Joghurts oder Salate aus. Der Rückzug habe nichts mit dem Kauf von 450 Filialen der Premier-Lebensmittelkette Whole Foods zu tun, ließ Amazon verlauten. Experten gehen jedoch davon aus, dass alle großen Online-Händler sich über kurz oder lang im stationären Handel betätigen werden. In Deutschland weitet Amazon seinen Lieferdienst hingegen aus, wie Die Welt berichtet. Nach Hamburg und Berlin soll es demnächst auch in München möglich sein, sich frische Lebensmittel zu Hause anliefern zu lassen. Dann heißt es auch dort: Kunden, die Blutwurst gekauft haben, kauften auch Tiramisu.

Verbraucherzentrale

Nutella-Warnung der Verbraucherzentrale Hamburg

Nutellagate

Der „Süddeutschen Zeitung” zufolge ist Nutella „die Zigarette unter den Frühstücksvarianten” und das Rezept wird so sorgfältig gehütet wie das von Coca-Cola, Maggi oder Red Bull. Umso größer war die Aufregung, als der Hersteller Ferrero eine Änderung bekanntgab: Der Zuckergehalt wird von 55,9 auf 56,3 Prozent angehoben und der Fettgehalt von 31,8 auf 30,9 Prozent reduziert. Oder wie es auf der Facebook-Seite der Hamburger Verbraucherzentrale heißt: Mehr Magermilchpulver, mehr Zucker, weniger Fett, weniger Kakao. In den sozialen Netzwerken war daraufhin gleich von „Nutellagate” die Rede. Am umstrittenen Kultcharakter des süßen Brotaufstrichs wird das aber wohl nichts ändern, wie die Süddeutsche Zeitung meint: „Die einen löffeln ganze Gläser, andere kriegen Zahnschmerzen vom Gedanken daran. Manche hassen Nutella, weil für das enthaltene Palmöl Regenwald gerodet wird. Andere feiern jedes Jahr Welt-Nutella-Tage und kaufen Klamotten in den Logofarben weiß-orange-schwarz.”

Too bad to go

Das Start-up-Unternehmen Too good to go, über dessen App Restaurants vergünstigtes Essen anbieten können, bevor es weggeworfen wird, überzeugte in der Gründer-TV-Show Die Höhle der Löwen erstmals gleich alle fünf Mitglieder der Jury. Jeder von ihnen wollte 200.000 Euro in das Start-up investieren, obwohl er dafür nicht mal zwei Prozent der Firmenanteile erhalten hätte. Nach der Sendung zogen sie ihr Angebot aber wieder zurück. „Durch das schnelle Wachstum von ‚Too good to go‘ waren letzten Endes die Konditionen für einen Deal für keine Seite so richtig ideal“, begründete eine Sprecherin der TV-Show das Hin und Her gegenüber der Tageszeitung Die Welt.

Der Katzenjammer kommt mit der Zimmerrechnung

Der Katzenjammer kommt erst mit der Zimmerrechnung

Hotel Pain Index

Die meisten Tränen kullern Gästen von Fünf-Sterne-Hotels über die Wangen, wenn sie die Rechnung erhalten. Das ergab der Hotel Pain Index 2017 des US-Technologieanbieters Qualtrics, demzufolge das Enttäuschungsrisiko in Luxushotels besonders hoch ist. Dabei sind die Gäste oft selbst schuld, dass fast drei Mal so vielen von ihnen zum Heulen zumute ist als Gästen anderer Hotels, deren „Tränenrate”, so Die Welt, nur bei 13 Prozent liegt. Fast jeder fünfte Gast eines Fünf-Sterne-Hotels hat schon mal ein Haustier ins Hotel geschmuggelt, und die Wahrscheinlichkeit, dass er auch in Nichtraucherzimmern qualmt, übertrifft um fast 70 Prozent die von Gästen, die anderswo abgestiegen sind. Kein Wunder also, dass sie in Tränen ausbrechen, wenn ihnen 450 Euro für die Reinigung berechnet werden oder die in Rechnung gestellten „Nebenkosten” für Dinner, Frühstück, Spa oder Souvenirs aus der Hotel-Boutique höher sind als die Zimmermiete.

#metoo

Das Hotel-Bewertungsportal Tripadvisor hat einen neuen Warnhinweis eingeführt, der Urlauber auf Diskriminierung, Sicherheitsprobleme oder Gefahren für die Gesundheit aufmerksam machen soll — und ob es in einem Hotel bereits zu sexueller Gewalt gekommen ist. Ein solcher Hinweis soll keine Strafe sein, versicherte ein Sprecher von Tripadvisor in der New York Times. Gleichwohl wird damit der Denunziation Tor und Tür geöffnet. Wie betroffene Hotels darauf reagieren, ist noch nicht bekannt.

Schwäbisch-Kurs

Anlässlich der Gastro Vision @ Intergastra, die im Februar in Stuttgart stattfindet, haben wir bekanntlich einen Schwäbisch-Kurs belegt, um uns besser verständigen zu können. In dieser Woche stand ein Vortrag des Kabarettisten Harald Schmidt im Lehrplan. Und jetzt alle: Mr ko au ohne Alkohol luschdig sei, abbr I gang liebr uff Nommr sicher — Man kann auch ohne Alkohol lustig sein, aber ich gehe lieber auf Nummer sicher.