Aktuelle Wochenschau

Politiker erinnern sich an den Sonntagsbraten. Wo regional drauf steht, ist nicht immer regional drin. Alkoholfreies Bier wird immer beliebter. Winzer haben ein Trollinger-Dilemma. Deutschland gehen die Köche aus. Am teuersten frühstückt man in München. Und Jamie Oliver hat Tipps für ein perfektes Dinner. Die Woche im Überblick.

Sonntagsbraten der Kindheit

Fünf Spitzenpolitiker haben der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” vom Sonntagsbraten ihrer Kindheit erzählt. So wurde dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Thomas Oppermann, erst „das richtige Sonntagsgefühl vermittelt”, wenn seine Mutter Rinderschmorbraten mit Kartoffeln und Rosenkohl auftischte. Seine Kollegin von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, servierte während des Theologie-Studiums ihren Gästen Falschen Hasen mit Zwiebelgemüse und Tomatenmark, weil sie den gut verlängern konnte. Für den Bayerischen Staatsminister Markus Söder (CSU) ist sonntags ein ordentliches Stück Fleisch noch immer „Pflicht”, und dazu gibt es stets „Kloß mit Soß”. Die CDU-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, nahm hingegen mit der Markklößchensuppe ihrer Oma vorlieb und stritt sich mit ihrem Bruder darum, wer die meisten Markklößchen bekam. Und auch für die Parteivorsitzende der Linken, Katja Kipping, gab es sonntags keinen Braten, weil sie mit ihren Eltern dann immer Ausflüge unternehmen und leicht gebräunten Eierkuchen vertilgen musste. Oder Wassermelonen, die in der DDR aber nicht leicht zu bekommen waren: „Es war der Hammer, wenn es die im Laden gab.” (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Ein ordentliches Stück Fleisch ist für Markus Söder sonntags „Pflicht”

Ein ordentliches Stück Fleisch ist für Markus Söder sonntags „Pflicht”

Etikettenschwindel

Wo „regional“ drauf steht, muss auch „regional“ drin sein, findet die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Bundestag, Gitta Connemann. Genau darauf könnten sich die Verbraucher aber zurzeit nicht verlassen, weil „heimische“ Äpfel oft aus 200 Kilometern Entfernung stammten. Weil Regionalität jedoch nicht automatisch für Qualität stehe, seien solche Produkte aber auch nicht von vornherein besser als Lebensmittel aus entfernteren Gegenden. Connemann fordert deshalb „verbindliche Mindeststandards für die Qualität regionaler Produkte“. Nur dann gebe es einen wirklichen Qualitätswettbewerb. (FAZ)

Biertrends

Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 1400 Brauereien und über 6000 Biermarken, verkauft wurde im ersten Halbjahr jedoch ein Prozent weniger Bier, und der Export brach sogar um sechs Prozent ein. Während Weizen, Pils und Export Marktanteile verloren haben, legten Hell- und Spezialitätenbiere zu. Auch die Nachfrage nach alkoholfreien Bieren ist gestiegen, mittlerweile gibt es mehr als 400 Marken. Hinzu kommen Hunderte Craft-Bier-Marken, deren Marktanteil zwar noch unter 1 Prozent liegt, die aber auch im Regal untergebracht werden wollen. (Wirtschaftswoche)

Likör

So spart man Gläser

Das Trollinger-Dilemma

Der Trollinger ist der Inbegriff des schwäbischen Viertele und als leichter Vesperwein eine regionale Spezialität. Sein Ruf als Saufwein wirft bei ambitionierten Winzern jedoch die Frage auf: „Sollen sie den Trollinger austauschen gegen qualitativ Vielversprechenderes oder sollen sie versuchen, ihn weiterzuentwickeln?” Wer der „halbtrockenen Plörre in Literflaschen” Charakter, Tiefe und Niveau verleihen und aus ihm einen „richtigen” Rotwein machen will, steht jedoch vor einem Dilemma. Weil der Trollinger so gut zu Wurstsalat, Spätzle mit Linsen oder zu einer Vesper passt, mögen ihn die Württemberger nicht missen — obwohl die Anbaufläche für hochwertigere Weine genutzt werden könnte. (Süddeutsche Zeitung)IMG_2345

Gestresst und unterbezahlt

Zum besten deutschen Küchenchef hat das österreichische Gastro-Magazin Rolling Pin Joachim Wissler vom Drei-Sterne-Restaurant Vendôme in Bergisch Gladbach gewählt. Das Vendôme im Grand Hotel Schloss Bensberg war zuvor bereits in die Liste der 50 besten Restaurants der Welt aufgenommen worden. Die Tageszeitung „Die Welt” nahm die Wahl zum Anlass, um über die Arbeitsbedingungen und Gehälter von Köchen zu informieren: „Die Temperaturen in der Küche sind hoch, das Tempo ist schnell, man muss schon stressresistent sein.“

rp193-cover-smallImmer weniger Auszubildende werden deshalb Koch, gehen lieber ins Ausland oder heuern auf Kreuzfahrtschiffen oder in Robinson Clubs an, wo sie bereits in jungen Jahren mehr Geld verdienen könnten als mit so manchem Bachelorabschluss. Dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zufolge sind aktuell über 15.000 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt. Womit der Nachwuchs- und Fachkräftemangel in der Gastronomie, so die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges, eine neue Dimension erreicht habe. (Die Welt)

Teures Frühstück

Ein Frühstück in einem deutschen Hotel kostet durchschnittlich 12,80 Euro, in Europa zahlt man dafür fast einen und weltweit fast zwei Euro weniger. Am teuersten ist es dabei in München (13,60 €), während europaweit Amsterdam (17,40 €) und weltweit Singapur (18,30 €) die vom Hotel Reservierungs Service (HRS) erhobene Untersuchung anführen. In gehobenen Häusern bietet sich ein ähnliches Bild. In deutschen 5-Sterne-Hotels verlangt man mit 27,30 Euro fast fünf Euro mehr als im europäischen und sogar fast zehn Euro mehr als im weltweiten Vergleich. (Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung)

Zu guter Letzt

Der britische TV-Koch Jamie Oliver rät jedem Mann, für ein perfektes Dinner ein mild-scharfes Gericht zu kochen, das nicht zu sehr im Magen liegt, Musik von Sade aufzulegen  und dabei unter der Schürze nichts anzuhaben. Weshalb man allerdings aufpassen sollte, dass man sich am Herd nicht den Penis verbrennt. (Gala)