Chronik der Woche

Aldi und Lidl profitieren vom Brexit-Chaos. Günther Jauch ist nun auch Gastronom des Jahres. Ein Pizza-Bote rastete aus. Unbekannte stahlen 40 Fässer Bier. Und auf der A10 lag Wodka rum. Die Woche im Überblick.

Aus Sorge, dass die Preise für Lebensmittel und Getränke nach dem Brexit stark steigen und es zu Lieferengpässen kommt, zieht es die Briten schon jetzt in die englischen Filialen der deutschen Discounter Aldi und Lidl. So verzeichnete Aldi UK zwischen Juli und Oktober fast 700.000 neue Kunden. Einer Kantar-Studie zufolge, die Spiegel Online vorliegt, konnten die deutschen Unternehmen ihren Marktanteil deutlich auf mittlerweile insgesamt 14 Prozent ausbauen. Allein den Zugewinn bezifferte die Studie mit 1,16 Milliarden Euro jährlich.

Lang lebe das Brexit-Chaos!

Gastronom des Jahres

Zum Koch des Jahres wählte der Restaurantführer Gault&Millau den Küchenchef des Münchner Restaurants Werneckhof, Tohru Nakamura, der einen deutschlandweiten Trend zu profunden Kenntnissen der japanischen Küche verkörpere. Zudem attestierten die Restaurantkritiker der gehobenen Küche mehr Nachdenklichkeit. „Vor allem die junge Generation kocht mit einem geschärften Bewusstsein für die Endlichkeit der Ressourcen“, meint Patricia Bröhm, die Chefredakteurin der deutschen Ausgabe des „Gault& Millau“. Vor allem junge Köche orientierten sich „zunehmend an dem, was für unsere Großeltern und Urgroßeltern selbstverständlich war. Eine Küche, die die Schätze heimischer Natur hochachtet, die Saison respektiert und alles vom Tier und von der Pflanze verwendet, was essbar ist, bis hin zu den lange verschmähten Innereien“. Als Gastronom des Jahres wurde der TV-Moderator und Winzer Günther Jauch für sein Potsdamer Restaurant Villa Kellermann ausgezeichnet, das er gemeinsam mit Tim Raue betreibt.

Chinesische Hospitality

Nachdem eine Tochtergesellschaft des chinesischen Konzerns Huazhu Group die Deutsche Hospitality für etwa 700 Millionen Euro gekauft hat, ist so mancher Direktor eines Steigenberger-Hotels emsig bemüht, seine Chinesischkenntnisse aufzuarbeiten. Der Vorstandschefin von Huazhu, Jenny Zhang, zufolge, sollen die Hotels künftig „für europäische Gastlichkeit, deutsche Qualität und asiatische Geschwindigkeit“ stehen. Neben Steigenberger gehören auch die IntercityHotels und der Frankfurter Hof zur Deutschen Hospitality.

Beleidigter Pizzabote

Weil es einer Kundin im niedersächsischen Bückeburg zu lange gedauert hatte, bis ihr eine Pizza geliefert wurde, verweigerte sie die Annahme. Woraufhin der Bote sich nicht gerade wie ein Lieferheld verhielt, sondern ihr die Pizza ins Gesicht warf. Die Kleidung der Kundin und der Türrahmen wurden, so die Polizei, dabei verschmutzt.

Andersrum wär besser …

Durstige Diebe

In der Nacht zum Dienstag entwendeten Unbekannte 2000 Liter Bier vom Firmengelände eines Getränkehändlers in Herzlake. Die Diebe waren über den Zaun geklettert und hatten die 40 Fässer auf einem angrenzenden Feld in ein Fahrzeug geladen. Um welche Marke es sich handelte, ist nicht bekannt. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei in Haselünne entgegen.

Bautz!

Die A10 in Richtung Frankfurt/Oder musste am Mittwoch vorübergehend gesperrt werden, weil ein Getränkelaster umgekippt war und „eine Menge Wodka“ auf der Straße rumlag, wie die Polizei mitteilte. Der 40-Tonner war auf dem südlichen Berliner Ring wohl zwei langsamer werdenden Autos ausgewichen und dabei ins Wanken geraten. Sobald die Autobahn wieder nüchtern ist, soll sie als Zeuge vernommen werden. Hicks.

Zu guter Letzt

… und dann war da noch Kimberly Sze, die mit ihren vier Kindern einen Coffee Shop im neuseeländischen Christchurch besuchte und eine Quittung mit dem Vermerk erhielt: „Fam. m. schrecklichem Kind“.