Strafzölle für Lebensmittel

Mit der angekündigten Verhängung von Strafzöllen macht Noch-Präsident Donald Trump die Lebensmittelbranche zum Spielball der Politik.

In Italien befürchtet man, dass der Zoll für ein Kilogramm Parmesan in den USA von 2,50 Dollar auf 20 Dollar angehoben und der so innig geliebte Parmigiano Reggiano zum exklusiven Nischenprodukt wird. In Spanien sorgt man sich, dass am 18. Oktober auch auf Oliven und Muscheln Strafzölle erhoben werden. In Frankreich bangt man, dass dadurch der Absatz von Wein und Käse drastisch geschmälert wird. In Deutschland rechnet man mit sinkenden Wein- und Kaffee-Exporten. Großbritannien bleibt auf seinen Whiskyfässern sitzen. Und alles nur, weil die EU den Airbus rechtswidrig subventioniert hat.

Make America great again!

Der Meinung sind zumindest die Schlichter der Welthandelsorganisation (WTO), die vergangene Woche entschieden haben, dass die USA auf Waren im Umfang von 7,5 Milliarden Dollar Strafzölle verhängen darf. Der amerikanische Airbus-Konkurrent Boeing war zwar ebenfalls rechtswidrig subventioniert worden, doch ein Schlichterspruch über die Höhe der Strafzölle, die dann die EU erheben darf, wird frühestens Anfang 2020 erwartet. Die EU fordert einen Schadenersatz in Höhe von 12 Milliarden Dollar.

Der Rock’n’Roll ist auch nicht mehr, was er mal war

Ein gefundenes Fressen für Noch-Präsident Donald Trump, der die EU einschüchtern und auch auf Waren Strafzölle verhängen will, die nichts mit der Luftfahrtindustrie zu tun haben. Ob Brüssel sich davon beeindrucken lässt, wird sich zeigen. Oder wie lange Trump noch Präsident ist. Der Preis von Parmesan und Parmaschinken, Oliven, Muscheln und Orangen, Wein, Käse und Kaffee dürfte in Deutschland aber erst einmal fallen, weil es in der EU dank der Strafzölle demnächst ein Überangebot gibt. Einziger Trost: die Briten haben dann genug Whisky, um sich den Brexit schönzutrinken. Cheers!