Chronik der Woche

Die Deutschen trinken mehr Alkohol als die Russen. Der Verzicht auf Fleisch schadet angeblich der Gesundheit. Und in den USA schert man sich nicht darum. Die Woche im Überblick.

Einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist der Konsum von Alkohol in Russland seit 2003 um 43 Prozent zurückgegangen. Trank jeder Russe vor 16 Jahren durchschnittlich noch mehr als 20 Liter reinen Alkohol, waren es 2016 nur noch etwas mehr als die Hälfte. Damit trinken die Russen inzwischen weniger Alkohol als die Deutschen, die es 2016 auf  13,4 Liter brachten. Die Lebenserwartung hat mit 68 Jahren bei Männern und 78 Jahren bei Frauen einen historischen Höchststand erreicht. Die WHO führt den Rückgang auf die Einführung von Mindestpreisen, höhere Steuern und ein nächtliches Verkaufsverbot zurück.

Wir sind wieder wer — die Deutschen trinken mehr Alkohol als die Russen

Fleisch steigert (angeblich) das Wohlbefinden

Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zufolge sollte ein Erwachsener zwar höchstens 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche essen, um nicht an Darmkrebs zu erkranken. Ein internationales Forschungsteam empfiehlt in der Fachzeitschrift „Annals of Internal Medicine“ nun aber allen, die gerne viel Fleisch essen, dies auch weiterhin zu tun, da es ihr Wohlbefinden steigere. Ein erzwungener Verzicht würde hingegen langfristig der Gesundheit schaden. Die wissenschaftliche Beweislage für diese absurde Empfehlung, so Spiegel Online, ist allerdings recht dürftig.

Fett for Fun

Heart Attack Grill

Während Fast-Food-Ketten wie Burger King, McDonald’s oder Taco Bell mittlerweile auch fleischlose Varianten anbieten, testet Kentucky Fried Chicken (KFC) in den US-Bundesstaaten Pennsylvania und Virginia „innovative Kombinationen für den Heißhunger, die ihnen das Beste aus den süßen und salzigen Welten bieten und für ein einzigartiges Geschmackserlebnis sorgen“ — panierte Hühnchen zwischen zwei Donuts mit Zuckerguss. In Los Angeles sind gerade mexikanisches Sushi (in Reis und Meeresalgen gerolltes Burrito), der „Sushirrito“ (Thunfisch oder Lachs in einer Weizentortilla) oder Pizza mit Bratwurst besonders beliebt. Und das krasseste „Symbol des Scheiß-auf-die-Gesundheit-Trends“ ist der Süddeutschen Zeitung zufolge der Heart Attack Grill auf der Fremont Street in Las Vegas. Wer einen 8000-Kalorien-Burger mit 910 Gramm Fleisch nicht aufesse, bekomme von einer Bedienung im Krankenschwesterkostüm mit einem Paddel den Hintern versohlt. Wer jedoch den „Quadruple Bypass Burger“ schaffe, werde im Rollstuhl zu seinem Auto gebracht. Der Heart Attack Grill wirbt damit, dass jeder, der regelmäßig dort isst, totsicher einen Herzinfarkt erleidet. Wohl bekomm’s!