Chronik der Woche

Energy Drinks sorgen für Schlafstörungen. Der Lidl-Gründer ist der reichste Deutsche. Das Café Mitropa wurde 40. Und Gregg Rapp ist ein Speisekarten-Zauberer. Die Woche im Überblick.

Fast jeder fünfte Schüler trinkt regelmäßig Red Bull oder andere Energy Drinks und klagt über Schlafstörungen, Hyperaktivität und Übergewicht. Das ergab eine repräsentative Studie der Krankenkasse DAK und des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord), die in 13 Bundesländern durchgeführt wurde und für die 14.000 Mädchen und Jungen aus mehr als 900 Schulklassen befragt wurden. Gerade für Heranwachsende seien aufputschende Softdrinks bedenklich, mahnte der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm auf Spiegel Online: „Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe.“

Lidl lohnt sich …

Der Gründer der Lebensmittelketten Lidl und Kaufland, Dieter Schwarz, ist mit einem Vermögen von 41,5 Milliarden Euro der reichste Deutsche. Die Schwarz-Gruppe ist mit einem Umsatz von 104,3 Milliarden Euro zudem das größte deutsche Familienunternehmen. Auf den Plätzen zwei und drei der reichsten Deutschen folgen laut Welt kompakt die Familie Theo Albrecht jr. (Aldi Nord) sowie die Familie Wolfgang Porsche (Porsche, Volkswagen) mit einem Vermögen von jeweils 18 Milliarden Euro. Unter den Top Ten der reichsten Deutschen befinden sich mit den Familien Reimann (u.a. Jacobs), Karl Albrecht jr. und Heister (beide Aldi Süd) drei weitere Inhaber von Lebensmittelketten.

… zumindest für Dieter Schwarz

Spielzimmer für Selbstverwirklicher

Das Café Mitropa gehört zu jenen Westberliner Szenekneipen, die wie das Exil, die Paris Bar, der Dschungel, das SO 36 oder das Café Einstein in den 1970er und 1980er Jahren Keimzellen der Underground-Kultur waren. Der Filmemacher Wim Wenders trank in dem Café mit dem Charme einer italienischen Eisdiele seinen Milchkaffee. Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten stillte dort seinen Hunger mit Rumkugel-großen Energiebällchen mit Kokossplittern. Der Neubauten-Sänger Blixa Bargeld machte aus jedem Erscheinen im Café eine Performance, „indem er mit einer Schweißerbrille auf der Nase verkündete: ‚Ich bin eine Fliege.‘ Oder indem er eine Cola mit Vanille-Eis mit einem Croissant zum Stippen bestellte“. Und angeblich soll auch David Bowie sich im Mitropa rumgetrieben haben, bevor es Anfang der Achtzigerjahre verkauft und in Café M umbenannt wurde. Guido Schirmeyer erinnert sich in der taz an die schrägen Nächte in dem Schöneberger Café, das zugleich Spielzimmer für Selbstverwirklicher und Sandkasten für junge New-Wave-Musiker war und für viele auch ein Familien­ersatz. In dieser Woche feierte es sein 40-jähriges Bestehen.

Der Speisekarten-Zauberer

An der Hotelfachschule Hamburg steht zwar auch „Menu Engineering“ auf dem Lehrplan, viele Gastronomen konzentrierten sich bei der Gestaltung ihrer Speisekarten aber oft nur auf die Kosten und nicht so sehr auf verkaufspsychologische Aspekte, kritisiert die Hotelbetriebswirtin Brita Moosmann. Der bekannteste Menue Engineer dürfte wohl Gregg Rapp sein, der bereits an den Karten von Subway, Taco Bell, Chili’s, der Disney-Restaurants oder der Intercontinental- und Marriott Hotels geschraubt hat und seinen Kunden ein Umsatzplus von monatlich 1000 Dollar garantiert. Die Süddeutsche Zeitung stellt seine „Sieben Regeln für gute Speisekarten“ vor.