Ein willkommenes Geschenk

Christoph Kolumbus entdeckte nicht nur Amerika, sondern auch die Ananas.

Die Frucht, die Christoph Kolumbus bei seiner zweiten Reise nach Indien bzw. Amerika 1493 auf Guadeloupe als Willkommensgeschenk überreicht wurde, roch zart und schmeckte herrlich süß. In Europa, wo Zucker noch ein Luxus war, war die Nachfrage nach ihr so groß, dass sie schon bald in den meisten tropischen Gebieten der Welt angebaut wurde und rund sechzig Jahre später schließlich als „Ananas“ bezeichnet wurde.

Die Portugiesen führten sie 1502 auf Sankt Helena und um 1550 in Indien  ein, aber auch an der ost- und westafrikanischen Küste wurde Kolumbus‘ Entdeckung angepflanzt. Und in China war der Ananas-Anbau Mitte des 17. Jahrhunderts so weit verbreitet, dass der polnische Jesuit Michal Boym sie in seiner „Flora Sinensis“ für eine einheimische Frucht hielt.

Allein die geringe Haltbarkeitsdauer der Ananas setzte dem Handel lange Zeit enge Grenzen. Denn die Segelschiffe waren nicht schnell genug, um sie aus den Anbaugebieten nach Europa zu transportieren, sodass sie unterwegs vergammelte. Vom Aroma der Ananas konnten somit nur Seefahrer schwärmen. Erst als die Niederlande sie in beheizten Gewächshäusern kultivierten, wurde die Ananas zum Statussymbol der Superreichen. Und seitdem sie kostengünstig in Kühlschiffen transportiert wird, kostet sie in einem Supermarkt oft nur einen Euro.

Tropische Frucht mit guter Öko-Bilanz — die Ananas

Heute zählt die Ananas neben Avocados, Mangos und Papayas zu den „major tropical fruits“. Allein 2017 wurden weltweit 94 Millionen Tonnen dieser tropischen Früchte produziert, mehr als die Hälfte davon waren Mangos, während die Ananas es auf 27 Prozent, die Papaya auf 15 und die in Deutschland so beliebte Avocado auf mickrige 6 Prozent brachte. Wobei sich die Öko-Bilanz der Ananas durchaus sehen lassen kann. Denn „der Anteil an Früchten an der landwirtschaftlichen Produktion tropischer Länder”, so Joachim Sauerborn, Professor für tropische Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim, sei gering: „Wir könnten hierzulande komplett auf tropische Früchte verzichten, der Einfluss auf das Klima wäre vermutlich nicht messbar.“

Die Fresh Factory bietet auf der Gastro Vision Roadshow Ananasstückchen sowohl als Spieß als auch in Obstsalaten oder Fruchtboxen an.

 

Titelbild: freepik.com