Müllvermeidung auf der Reeperbahn

Der Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD) und die Astra-Brauerei haben eine Initiative gestartet, die das Müllproblem im Amüsierviertel St. Pauli beseitigen soll.

Tribute to Domenica

Weil Streitereien entlang der Reeperbahn immer wieder damit endeten, dass Kontrahenten üble Schnittwunden erlitten, wurde der Sperrbezirk St. Pauli 2009 mit einem Glasflaschenverbot belegt. Die Anzahl der Verletzungen durch abgebrochene Flaschenhälse ging zwar zurück, doch der Stadtteil drohte, im Meer der daraufhin verwendeten Einwegbecher zu versinken.

Seit Anfang September schenken das Sankt Pauli Museum, die kukuun-Bar und weitere Kneipen und Institutionen Bier deshalb nur noch in Mehrwegbechern aus Polypropylen aus, auf denen die Kiez-Legenden Hans Albers, Domenica und Olivia Jones abgebildet sind. Die Becher haben einen Pfandwert von 1 Euro und können in allen teilnehmenden Lokalitäten zurückgegeben werden. Ausgediente Becher sollen recycelt und in den Wertstoffzyklus zurückgeführt werden.

Der blonde Hans von der Reeperbahn

10 Cent pro ausgegebenem Pfandbecher werden außerdem dem Projekt „Pfand gehört daneben“ gespendet, das sich dafür einsetzt, dass Pfandflaschen nicht in Mülleimern landen, sondern daneben gestellt werden: So wird Menschen geholfen, die vom Einsammeln von Pfandflaschen leben.

Die Finanzierung des sechsmonatigen Testlaufs übernimmt zunächst die Astra St. Pauli Brauerei. Der Bezirksamtsleiter Falko Droßmann freut sich denn auch über das Engagement und ist mal wieder überrascht von der Kreativität der St. Paulianer. Den „St. Pauli-Pfandbecher“ hält er für eine „klasse Idee“: „Damit können wir uns alle für ein sauberes St. Pauli einsetzen und dafür sorgen, dass unser Kiez ein lebens- und liebenswerter Ort bleibt!“

Die Dschungelkönigin vom Kiez – Olivia Jones

 

 

 

Die Quartiersmanagerin der IG St. Pauli, Julia Staron, ist ebenfalls optimistisch: „Von unserem Pfandbecher-Projekt profitieren Kiez-Besucher und Partner-Betriebe ebenso wie die Anwohner auf St. Pauli, die sich künftig über weniger überquellende Mülleimer und herumliegende Plastikbecher auf den Straßen freuen dürfen.“