Chronik der Woche

Kritiker warnen vor einer Duftverschmutzung. Beyond Meat hat ein Problem. Und Kinder ernähren sich gesünder, wenn sie daheim mit der Familie essen.

Bio-Märkte versorgen den Konsumenten nicht nur mit naturbelassenen Produkten, dort steigen einem auch keine Parfümschwaden in die Nase, mit denen immer mehr Produkte ausgestattet werden. Das findet zumindest Max Scharnigg, der in der Süddeutschen Zeitung vor der „Duftverschmutzung“ von Spülmitteln warnt, die nach Mango-Limette riechen, parfümierten Müllsäcken, die den Duft von Vanille-Lavendel verströmen, oder Haar-Shampoos, die einen an grüne Äpfel oder Brennesseln denken lassen. Lösten früher kleine Reinigungstücher, die man zum McRib oder halben Hähnchen dazu bekam, einen Duftschock aus, bombe sich heute „der halbe Haushalt durch die Nase ins limbische System“ und der Verbraucher müsse „schwere Duftnebel“ durchwandern, wenn er zur Haushaltsrolle mit Mandelöl-Geruch oder zum Klopapier greift, das nach Magnolien duftet.

Achterbahnfahrt an der Börse

Niemand legte in den vergangenen zehn Jahren einen so guten Börsenstart hin wie der vegane Burger Beyond Meat, dessen Umsatz sich in nur einem Quartal um 287 Prozent steigerte und bei 67 Mio. Dollar liegt. Trotz dieses Erfolges sank der Aktienwert, der zwischenzeitlich neun Mal so hoch war wie der Ausgabewert, aber wieder — weil Beyond Meat nur drei Monate nach dem Börsengang ankündigte, drei Millionen neue Aktien auszugeben, wodurch der Anteil der bisherigen Aktionäre deutlich verwässert wird. Den Aktionären stößt vor allem auf, dass der Firmenchef Ethan Brown und sein Finanzvorstand Mark Nelson zusammen 100.000 Aktien verkaufen wollen, um ordentlich Kasse zu machen, wie Die Welt berichtet.

Was Kinder und Jugendliche essen

Immer mehr Jugendliche optimieren ihre Ernährung oder machen dauerhaft eine Diät, um schlank zu bleiben. Viele Kinder und Jugendliche nehmen außerdem Nahrungsergänzungsmittel zu sich, obwohl diese in den meisten Fällen überflüssig sind. Und vor allem Mädchen verzichten immer öfter auf Fleisch. Das ergab eine Studie des Robert-Koch-Instituts über die Ernährung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. „Essen Familien gemeinsam zu Hause, ernähren sich die Kinder gesünder“, bringt Spiegel Online die Studie auf den Punkt. Dann komme mehr Obst und Gemüse auf den Teller, die Kinder hätten einen geringeren Body Maß Index (BMI) und entwickelten seltener Essstörungen.

Zu guter Letzt

Während die AfD das christliche Abendland bedroht sieht, weil zwei Leipziger Kitas den Kindern kein Schweinefleisch mehr anbieten wollten, twitterte der österreichische Bundesobmann der FPÖ-Jugend, Maximilian Krauss: „Jedes Kind soll in den Genuss eines Schnitzels kommen dürfen“. Und illustrierte seine Forderung mit einem Bild eines Fischgerichts. Damit ist Krauss ein Anwärter auf den Andi-Möller-Gedächtnispreis: Fisch oder Gemüse, Hauptsache Fleisch.