Marihuana beflügelt

Dass der Konsum von Cannabis einen Heißhunger auf Süßigkeiten mit sich bringt, weiß eigentlich jeder Kiffer. In den USA wirkt er sich nachhaltig auf den Absatz von Cookies und salzigen Snacks aus.

Als Marihuana im vergangenen Jahr auch in Kalifornien legalisiert worden war, bot eine clevere Pfadfinderin vor einer Apotheke selbstgebackene „Girl Scout Cookies“ an und verdiente mit dem Verkauf ihrer Kekse 1200 Dollar in nur sechs Stunden. Damit wies die Neunjährige der Süßigkeitenbranche den Weg. Vor allem Pfannkuchen-Restaurants, Frozen-Yoghurt-Shops und Fast-Food-Läden, die sich in der Nachbarschaft von Apotheken und Cannabis-Filialen befinden, profitieren von den Fressattacken der Kiffer.

Schokotorten machen Kiffer glücklich

Das bestätigt auch eine Studie des US-Marktforschungsinstituts Nielsen. Danach ist der Umsatz im vergangenen Jahr bei süßen Snacks um knapp zwei Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar und bei salzigen um mehr als sechs Prozent auf 29,9 Milliarden Dollar gestiegen. In den US-Bundesstaaten, in denen Marihuana als Genussmittel erlaubt ist, stieg der Umsatz mit Süßigkeiten um 2, in allen anderen hingegen nur um 1,3 Prozent. Forscher der Yale University hatten bereits 2015 festgestellt, dass beim Genuss von Marihuana Neuronen aktiviert werden, die für Hunger und Völlegefühl zuständig sind.

Illinois will im kommenden Jahr als elfter US-Bundesstaat Marihuana legalisieren. In 22 Staaten ist es bereits als Arzneimittel zugelassen, in 14 weiteren als Medikament mit reduziertem THC-Gehalt. Nur in Idaho, Nebraska und South Dakota, so die Süddeutsche Zeitung, ist Marihuana komplett verboten.