Deutschland geht fremd

Gerade mal ein Drittel aller deutschen Restaurants bietet auch eine deutsche Küche an. Damit liegt Deutschland weit abgeschlagen hinter Griechenland, der Türkei und Italien, China und Japan.

Eine Untersuchung des Ökonomen Joel Waldfogel von der Carlson School of Management an der Universität von Minnesota hat nun einen Eindruck bestätigt, den man auch als Tourist hat: Dass in den Haupturlaubsländern der Deutschen die einheimische Küche einen größeren Stellenwert genießt als daheim in Deutschland. Während in Griechenland, der Türkei und Italien etwa drei Viertel aller Restaurants landestypische Gerichte anbieten und in Frankreich fast die Hälfte, sind es hierzulande gerade mal 35,5 Prozent. Fast 14 Prozent aller deutschen Restaurants offerieren Fast Food, 12 Prozent italienische Speisen und je rund 4 Prozent türkische oder chinesische Gerichte.

In Griechenland bieten drei Viertel aller Restaurants einheimische Gerichte an

Abgesehen von Fast Food, zählt die italienische Küche auch weltweit zu den Spitzenreitern. Nach der chinesischen und japanischen Küche auf den Plätzen 2 und 3 folgen mit großem Abstand die amerikanische und die indische Küche. Die deutsche Küche rangiert hingegen unter ferner liefen. Frank Stocker bilanziert in „Die Welt kompakt“ denn auch, dass die Vielfalt gastronomischer Angebote in Deutschland zwar stark zugenommen habe, die heimische Küche aber nirgendwo so sehr zurückgedrängt wurde wie bei uns.