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Ein ehemaliger Manager von McDonald’s warnt in einem neuen Buch über die „Fast Food-Falle“, die vor allem Kindern schade. Auf sie wirkten Zucker und Fett „wie ein Rauschmittel, von dem sie abhängig werden“.

Mit Kindern würde der 56-jährige Harald Sükar niemals zu McDonald’s gehen, „auch nicht ausnahmsweise“. Denn ein Menü, das aus einem Big Mac, einer mittleren Portion Pommes, 0,4 Liter Cola und einem Eis zum Nachtisch bestehe, enthalte 119 Gramm Zucker, den Ketchup noch nicht mit gerechnet, und decke den Zuckerbedarf von fünf Tagen. Empfohlen werden für Kinder und Jugendliche maximal 25 Gramm pro Tag.

Dabei hat Sükar selbst 12 Jahre lang bei McDonald’s gearbeitet, unter anderem als Geschäftsführer, und an die Unternehmensphilosophie geglaubt, dass es auf die Menge ankomme, die seine Kunden konsumieren, um übergewichtig zu werden, und ob sie sich auch genug bewegen. Seinen Sinneswandel erklärt er im Interview mit Spiegel Online damit, dass er vor zwei Jahren 111 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,77 Meter gewogen habe. Es ging ihm gesundheitlich nicht gut, und so fing er im Urlaub an, sich über eine gesunde Ernährung zu informieren. Wieder zuhause stellte er seine Essgewohnheiten radikal um und verzichtete ganz auf Fleisch. Auf die Idee, ein Buch über „Die Fast Food-Falle“ zu schreiben, kam Sükar aber erst, als ein achtjähriges Kind in seinem Umfeld an Diabetes erkrankte und bei ihm eine Fettleber diagnostiziert wurde.

Darin beschreibt er, „wie McDonald’s und Co. auf Kosten unserer Gesundheit Milliarden verdienen“. Einen Groll hege er jedoch nicht gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber: „Ich habe gern dort gearbeitet und die Firma aus ganz anderen Gründen verlassen. Aus meiner Sicht ist es ein unheimlich effizientes Unternehmen. Ich würde mir aber wünschen, dass diese Effizienz genutzt wird, um den Menschen Gutes zu tun, sie mit gesundem Essen zu versorgen.“

Harald Sükar — Die Fast Food-Falle: Wie McDonald’s und Co. auf Kosten unserer Gesundheit Milliarden verdienen (Verlag edition a, 256 S., EUR 22,–)