Chronik der Woche

Die Rolling Stones sind wie Austern. Gefälschte Bio-Produkte im Visier der Behörden. Die Lebenshaltungskosten sind gestiegen. Und Ben oder Jerry kommt nach Berlin. Die Woche im Überblick.

Ziemlich treffend mit Austern hat „Die Welt kompakt“ die Rolling Stones verglichen, die seit dieser Woche mal wieder auf Welttournee sind. Die einen würden sie vergöttern, die anderen sie verabscheuen. Für manch einen sind neuere Stones-Songs ebenso ungenießbar wie frische Austern, und überteuert seien sowohl die Konzertkarten als auch die Preise. So koste eine einzelne Auster in der Delikatessenabteilung eines Berliner Kaufhauses satte drei Euro, während man auf dem Austernmarkt im bretonischen Cancale nur 6,50 Euro für ein ganzes Dutzend zahle.

Operation Gurke

Bei einer Gemeinschaftsaktion der Polizei- und Lebensmittelbehörden von 16 EU-Ländern wurden, wie erst jetzt bekannt wurde, zwischen Dezember 2018 und April 2019 rund 90.000 Tonnen Äpfel, Beeren, Mais, Sojabohnen oder Weizen beschlagnahmt. Die spanische Guardia Civil nahm allein neun Personen wegen Lebensmittelbetrugs fest und stellte 470 Tonnen Gemüse aus konventioneller Produktion sicher, die als Bio-Produkte verkauft werden sollten. Laut Europol stammten die meisten Kunden aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Dänemark, wie die taz berichtete. Weil Bio-Ware im Schnitt 30 Prozent teurer ist als konventionelle und die Bio-Produktion in der EU langsam, die Nachfrage aber sehr schnell zulegt, würden billig erzeugte konventionelle Waren mitunter als teure Bio-Produkte verkauft.

Jammern auf hohem Niveau

Das Preisniveau der privaten Konsumausgaben lag 2018 in Deutschland um 4,3 Prozent über dem Schnitt der 28 EU-Länder. Die Lebenshaltungskosten sind laut Spiegel Online EU-weit in Dänemark am höchsten und liegen dort fast 40 Prozent über dem Durchschnitt. In Irland müssen Verbraucher 27 Prozent, in Finnland 22 und in Schweden 18 Prozent mehr zahlen als im EU-Durchschnitt. Vergleicht man die Ausgaben hierzulande mit denen in Deutschlands direkten Nachbarländern, sieht es aber schon etwas anders aus. Nur in Polen und Tschechien waren die Lebenshaltungskosten, zu denen Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen und Energie zählen, deutlich niedriger, teilte das Statistische Bundesamt mit, in allen anderen Anrainerstaaten waren die Kosten deutlich höher als in Deutschland.

Berliner müsste man sein …

Ben oder Jerry kommt nach Berlin

Der US-amerikanische Speiseeis-Hersteller Ben & Jerry’s eröffnet am 4. Juli in Berlin das Ben & Jerry’s Scoops & Café. In dem Eiscafé soll es die bekannten Eissorten als Kugeln in der Waffel oder als Eisbecher geben, aber auch Fairtrade-Eiscremesorten, frisch gebackene Waffeln, Eisbecher, Milchshakes und Eiscreme-Kuchen, wie die AHGZ berichtete. Auch Smoothies, fair gehandelter Kaffee aus Nicaragua und veganer Kuchen stünden auf der Karte. Außerdem soll man sich seinen individuellen Becher für daheim mixen können. Der Fachzeitschrift W&V  zufolge handele es sich bei den meisten Zutaten um Bio- und Fair Trade-Ware. Das zum Unilever-Konzern gehörende Unternehmen wolle auch mit kleinen regionalen Anbietern, die nachhaltig produzieren, zusammenarbeiten. Zur Eröffnung fliegt einer der beiden Gründer ein und bringt eine eigens für Berlin entworfene Eissorte mit.