Chronik der Woche

Oliver Bierhoff wird zum Ernährungsberater. Pommes frites passen hervorragend zu Champagner. Ein Berliner Start-up produziert alkoholfreien Wein. Und China belegt „unzuverlässige US-Unternehmen“ mit einem Handelsverbot. Die Woche im Überblick.

Als Oliver Bierhoff 18 war und noch bei Austria Salzburg Fußball spielte, hatte er drei Kilo Übergewicht, was an den vielen Mehlspeisen der österreichischen Küche lag. Statt Softdrinks trank er daraufhin Wasser, und als er in Italien für Udinese Calcio Tore schoss, profitierte er von den einheimischen Essgewohnheiten. „Komisch angeschaut“ wurde er jedoch in der Nationalmannschaft, wenn er Rucola und Balsamico-Essig verlangte.
Heute ist Bierhoff Direktor der deutschen Nationalmannschaften und kümmert sich auch darum, dass es bereits in der Trainerausbildung um Ernährung geht. Unter dem Motto „Torhunger – Richtig ernähren. Besser kicken“ setzt der DFB seine Vorstellungen um. Bundestrainer Joachim Löw tauscht sich mit Köchen und Experten über Rezepte und Ernährungskonzepte aus. Und die Nationalmannschaft der Frauen, die bei der WM in Frankreich auch ohne die verletzte Dzsenifer Marozsan ins Achtelfinale einzog, hat sogar einen Kochkurs absolviert, wie Die Welt berichtete.

Nur wer sich richtig ernährt, wird auch Weltmeisterin

Sollten die Damen erneut Weltmeisterinnen werden, werden sie wohl mit Champagner auf den Titel anstoßen — und möglicherweise dazu Pommes frites essen, „weil das Zusammenspiel von Alkohol und Fett die Aromen erst richtig zur Geltung bringt“. Denn die Säure und die Perlen im Champagner ergänzen wunderbar die Salzigkeit und Knusprigkeit von Pommes frites, wie  Marie-Christine Osselin, die Qualitäts- und Kommunikationsmanagerin von Moët & Chandon, weiß.

Vielleicht greifen sie aber auch zu alkoholfreiem Wein, den ein Berliner Start-up um den Künstler Philipp Rößle produziert. Was früher nur ein Ersatzgetränk für Schwangere war, ist mittlerweile eine eigene Kategorie. Die Ent­alkoholisierung sorgt dafür, dass ein Teil der Aromenvielfalt, die der Wein bei der Gärung entwickelt hat, erhalten bleibt.

Ernährungsministerin Julia Klöckner (Foto: CDU Rheinland-Pfalz)

Sommer-Hit

Wer so dreist für Nestlé wirbt, braucht sich um den Spott nicht zu sorgen. Jesko Friedrich und Dennis Kaupp haben für die Satire-Sendung „extra 3“ einen Song für die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner aufgenommen — Die Lobby-Glucke von der Bauerntruppe.

Zu guter Letzt

Die dümmsten Bauern ernten bekanntlich die dicksten Kartoffeln, in den USA bleiben sie nun aber darauf sitzen. So brachen die Agrarexporte nach China im Vergleich mit dem Vorjahr um ein Drittel ein, Sojalieferungen sogar um die Hälfte. „Unzuverlässige US-Unternehmen“ wie der Logistikriese FedEx, der Päckchen, die für den Empfänger Huawei bestimmt waren, statt nach Hongkong in die USA geschickt hatte, will China zudem mit einem Handelsverbot belegen.

Trump hält die gegen die USA verhängten Sanktionen, mit denen China auf seine Strafzölle reagiert, für „unfair“ und „unamerikanisch“, wie unser Sonderkorrespondent G.E. Rücht erfahren hat. Um seine Wiederwahl nicht zu gefährden, habe Trump zudem gedroht, Truppen ins Taka-Tuka-Land entsenden, wenn dort das Menschenrecht, Coca-Cola zu trinken, mit Füßen getreten würde. Sein Außenminister Mike Pompeo wurde bereits damit beauftragt, das Land auf der Weltkarte zu suchen.

Coca-Cola ist ein Menschenrecht

In der Vergangenheit hatte Trump seine Bündnispartner wiederholt irritiert, indem er Belgien als „wunderschöne Stadt“ bezeichnete, den Balkan mit dem Baltikum verwechselte oder nach einem Angriff auf ein Pariser Polizeirevier twitterte: „Deutschland ist ein totales Chaos — viel Kriminalität“.