Zwei Gründe, warum es Hoteliers nicht leicht haben

Das Hotelportal Booking.com siegt vor dem OLG Düsseldorf. Und in Deutschland wurden bundesweit Hotels durchsucht. 

Das weltweit größte Hotelportal Booking.com darf seinen Vertragspartnern verbieten, die auf dem Portal genannten Hotelraten mit eigenen Preislisten zu unterschreiten. Das besagt ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Damit widersprachen die Richter, so das Handelsblatt, einer Anordnung des Bundeskartellamts, das die sogenannten „engen Bestpreisklauseln“ in den Kooperationsverträgen untersagt hatte. Das Kartellamt befürchtete seinerzeit eine zu hohe Abhängigkeit der Hoteliers von dem Hotelportal, das in Deutschland einen Marktanteil von rund 60 Prozent besitzt. Die „engen Ratenparitätsklauseln“ von Booking.com seien aber erforderlich und verhältnismäßig, urteilte das OLG und verwies auf die Gefahr von Trittbrettfahrern, die das Portal bei der Hotelsuche nutzten, „um anschließend günstiger beim Hotel selbst zu buchen“.
Otto Lindner, der Vorsitzende des Hotelverbandes Deutschland (IHA), war not amused: „Sollte diese Rechtsauffassung des OLG Düsseldorf Bestandskraft erlangen, wären die Hotels als mehr oder weniger abhängiger Vertragspartner den kleineren und größeren Gemeinheiten der marktdominanten Portalriesen zukünftig schutzlos ausgeliefert.“

Bundesweite Groß-Razzia

Wegen Ermittlungen gegen ein Reinigungsunternehmen aus Unterfranken wurden am Dienstag namhafte Hotels in München, Berlin, Hamburg und Heidelberg durchsucht. Die Reinigungsfirma soll laut dem Hamburger Abendblatt ihre Mitarbeiter nicht nach Tarif, sondern nach Zahl der gereinigten Zimmer bezahlt haben. Dadurch habe das Unternehmen mutmaßlich zu wenig Sozialversicherungsabgaben gezahlt. Auch Steuerhinterziehung sei nicht ausgeschlossen.

Aus aktuellem Anlass: Unsere Hotel-Top-15 

                                                         

Titelbild: Unsere Nr. 1, das Empire Riverside in Hamburg