Coffee to go nur noch gegen Aufpreis?

Einer Studie des Umweltbundesamtes zufolge verschlingt der Außer-Haus-Verkauf jährlich 2,8 Milliarden Einweg-Kaffeebecher. Der Plastikmüll, zu dem auch noch 1,3 Milliarden Deckel hinzukommen, prägt aber nicht nur das Stadtbild. Die Becher gehören auch zu den zehn am häufigsten gefundenen Produkten an europäischen Stränden.

Jede Stunde werden 320.000 Einwegbecher in Deutschland verbraucht. 34 pro Nase im Jahr.
Nicht nur die Umwelt wird belastet, auch die Kommunen stöhnen, weil die Entsorgung des Plastikmülls durch die Stadtreinigungen immer teurer wird. Allein Coffee-to-go-Becher füllen jährlich acht Millionen Mülltonnen. Und für die Produktion von Einwegbechern werden enorme Ressourcen verschwendet. Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) könnte ihr Verbrauch innerhalb der nächsten drei Jahre um die Hälfte reduziert werden.

Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will deshalb, wie Die Welt kompakt berichtete, die Hersteller von Einwegbechern künftig stärker zur Kasse bitten. Plastikbecher aus aufgeschäumtem Polysterol sollen verboten werden, weil sie schlecht zu recyceln sind, ebenso Einweggeschirr und -besteck sowie Trinkhalme aus Plastik.
Rückendeckung erhielt sie von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die ein bundesweites Pfandsystem für Mehrwegbecher fordert, an denen sich auch die großen Kaffeeketten beteiligen sollten. „Je mehr Coffee-to-go-Verkaufsstellen mit so einem einheitlichen Pfandbecher arbeiten, desto besser ist die Flächenabdeckung und desto verbraucherfreundlicher wird so ein Pool-System“, sagte der DUH-Experte für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer, der Deutschen Presse-Agentur.
Während man schon jetzt in den 160 deutschen Filialen der US-Kette Starbucks für einen Kaffee 30 Cent weniger bezahlen muss, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt, gewähren die 500 Tchibo-Geschäfte oder die Aral-Tankstellen indes nur einen Preisnachlass von 10 Cent. Und in den meisten der 35.000 Bäckereien, die ebenfalls Kaffee zum Mitnehmen ausschenken, kennt man weder Mehrwegsysteme noch Rabatte.

Blauer Engel für FairCup

Wie ernst die Bundesumweltministerin das Problem nimmt, zeigte sich am Dienstag vergangener Woche, als das Start-up FairCup von ihrem Ministerium mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“  ausgezeichnet wurde. Die FairCup-Becher können in den Leergutautomaten von Supermärkten zurückgegeben werden und eignen sich nicht nur für Heiß- und Kaltgetränke, sondern auch für Speisen und Salate.