Chronik der Woche

Die Currywurst ist weiterhin das beliebteste Kantinengericht. Cannabis schärft den Geschmackssinn. Anna Stocker gewinnt den Rudolf-Achenbach-Preis. Amazon investiert in den Lieferdienst Deliveroo. Und Jamie Olivers Restaurantkette ist pleite. Die Woche im Überblick.

Currywurst mit Pommes ist auch im 27. Jahr in Folge das beliebteste Gericht in deutschen Kantinen. Das ergab eine Auswertung des Catering-Unternehmens Apetito, das mit 882 Millionen Euro Umsatz zu den größten der Branche zählt. Auf Platz 2 der Menü-Charts schaffte es der Alaska-Seelachs mit Petersilienkartoffeln, der das Schnitzel mit Röstkartoffeln von seinem angestammten Platz verdrängen konnte. Während Hühnchen stark im Kommen seien, wie „Die Welt kompakt“ berichtete, würden Speisen mit Schweinefleisch immer weniger verlangt.

High Cuisine

Cannabis regt nicht nur den Appetit von Krebspatienten an, sondern schärft auch den Geschmackssinn. Davon ist Coreen Carroll überzeugt, die einmal im Monat einen Connaisseur-Abend in San Francisco veranstaltet. Das Menü, „eine kombinierte Abfolge von Essen und Cannabis“, so Malte Conradi in der Süddeutschen Zeitung, lässt einen alles etwas intensiver schmecken. „Je nach Sorte schmeckt es mal zitronig, mal nach Pilz, mal schokoladig oder nach Wild.“ Fragt sich nur, wann Marihuana auch hierzulande legalisiert wird. Köche wie Sascha Basler würden das wohl begrüßen.

And the Winner is … Anna Stocker!

Den diesjährigen Bundesjugendwettbewerb des Verbandes der Köche Deutschlands (VKD) um den Rudolf-Achenbach-Preis gewann Anna Stocker vom Brenners Park Hotel & Spa in Baden-Baden, die sich im Finale gegen Ove Wülfken vom Hotel Birke in Kiel und Elisa Klötzer vom Restaurant Tomatissimo in Bielefeld durchsetzte. Auf der Grundlage eines Warenkorbs, dessen Inhalt erst am Wettkampftag bekannt gegeben wurde und der als Pflichtkomponenten Avocado und Burrata (Vorspeise), Zander und Pak Choi (Zwischengericht), Lammschulter und Kichererbsen (Hauptgericht) sowie Erdbeeren und Haferflocken (Dessert) enthielt, mussten die Finalisten ein Menü kochen. Neben individueller Klasse kam es in den sechs Stunden, die den Auszubildenden für die Zubereitung des viergängigen Menüs blieben, auf eine geschickte Zeiteinteilung, Mise-en-place, Sauberkeit, Rohstoffverarbeitung und -verwertung sowie Arbeitstechnik an. Zudem mussten sie eine theoretische Prüfung mit neun Fachfragen und kniffeliger Warenerkennung bestehen. Neben einer Prämie von 1000 Euro erhielt die Gewinnerin ein von der WIHOGA Dortmund gestiftetes Stipendium für eine 2-jährige Management-Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt im Hotel- und Gaststättengewerbe. Ove Wülfken und Elisa Klötzer dürfen an einem von Heiko Antoniewicz spendierten Profi-Workshop teilnehmen.

Mit Anna Stocker gewann wieder mal eine Frau den Rudolf-Achenbach-Preis (Foto: Achenbach)

Amazon beteiligt sich an Deliveroo

Als bekannt wurde, dass der Online-Händler Amazon Geld in den Lieferdienst Deliveroo steckt, damit dessen Geschäft ausgebaut werden kann, sanken die Aktienkurse wichtiger Konkurrenten von Deliveroo. Die Aktien des niederländischen Lieferdienstes Takeaway fielen um 6,5 Prozent, die von Delivery Hero, der im Dezember sein Deutschlandgeschäft samt Lieferheld, Foodora und pizza.de an Takeaway verkauft hatte, um 5,6 Prozent. Nach eigenen Angaben beschäftigt Deliveroo 60.000 Fahrradkuriere und liefert für 80.000 Restaurants aus. Durch das Engagement von Amazon erhöhten sich laut Zeit Online die Investitionen in Deliveroo seit der Gründung vor sechs Jahren auf 1,53 Milliarden Dollar.

Jamie Olivers Restaurantkette ist pleite

Jamie Olivers Kochbücher wurden in viele Sprachen übersetzt und verkauften sich bislang fast 40 Millionen mal. Als Aktivist für eine gesündere Ernährung und bessere Schulmahlzeiten, machte sich der TV-Koch auch international einen Namen. Seine Restaurant-Kette Jamie’s Italian, das Steakhouse Barbecoa und Jamie Oliver’s Diner sind nun aber pleite, wie Die Welt berichtete. Jamie Olivers Unternehmen sei bereits vor anderthalb Jahren knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt, woraufhin Oliver — nach eigenen Angaben — 13 Millionen Pfund aus seinem Privatvermögen bereitgestellt habe. Arbeitslos werden nun wohl 1000 Mitarbeiter an 25 Standorten.