Chronik der Woche

Die Millerntor Gallery lädt zum Tanz für eine bessere Versorgung mit Trinkwasser. Eckart Witzigmanns neue Koch-Show floppt total. Beyond Meat kommt nach Deutschland. Der neueste Kaffee-Klatch aus den USA. Die 6 größten Klimakiller. Und der Keks der Woche. Die vergangenen sieben Tage im Überblick.

Bereits zum neunten Mal findet vom 4. bis 7. Juli im Stadion des FC St. Pauli ein internationales Kunst-, Musik- und Kulturfestival statt, die Millerntor Gallery. Das von der Wasserinitiative Viva con Agua und dem FC St. Pauli initiierte Festival wirft heute Abend aber schon seine Schatten voraus und lädt unter dem Motto HIP HOP Hurray in den Hamburger Live-Musik-Club Knust: Schüttel deinen Speck für einen guten Zweck.

Dead on Arrival

Mit Eckart Witzigmann als Jury-Vorsitzendem und zwölf ambitionierten Köchen, darunter auch solche, die mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurden, startete die neue Koch-Show Top Chef Germany am vorvergangenen Mittwoch auf Sat1. Trotz der Ausstrahlung zur Prime Time schalteten jedoch nur 1,1 Mio. Zuschauer den Fernseher an, sodass der Marktanteil mit 4,2 Prozent deutlich unter dem sonst üblichen Niveau des Senders lag. In der zweiten Woche waren es sogar noch weniger, nur 930.000 Zuschauer und 3,7 Prozent Marktanteil. In Frankreich läuft die Vorlage von „Top Chef“ seit zehn Jahren sehr erfolgreich.

Lidl goes vegan

Beyond Meat, „der momentan wohl gehypteste Burger der Welt“ (Süddeutsche Zeitung), wird demnächst auch in Deutschland angeboten — von Lidl. Den veganen Burger soll es in Kürze in allen 3200 Filialen des Konzerns geben – wenn auch zunächst nur als „Aktion“ und „solange der Vorrat reicht“.

Eine Tasse Kaffee für 75 Dollar …

Kaffee-Klatch

Die kalifornische Café-Kette Klatch schenkt nach eigenen Angaben schon bald den teuersten Kaffee der Welt aus. Eine Tasse „Elida Natural Geisha 803“ soll 75 Dollar kosten. Klatch zufolge erinnert der Geschmack des Kaffees an Tee, mit Noten von Jasmin und Beeren.

Klimakiller

Die sechs klimaschädlichsten Lebensmittel hat Utopia ermittelt. Danach liegt Butter auf Platz 1, weil für ein Kilogramm 18 Liter Milch benötigt werden. Rindfleisch hat eine vier Mal so hohe C02-Bilanz wie Geflügel- oder Schweinefleisch. Für die Herstellung von Käse braucht man 8,5 und für Sahne 7,6 C02-Äquivalente. Die aufwendige Herstellung von Pommes verschafft ihnen Platz 4. Für die Produktion von einem Kilogramm Schokolade werden mitunter bis zu 10.000 Liter Wasser benötigt. Und auf Platz 6 liegen Schweinefleisch und Geflügel, weil das Futter häufig importiert werden muss, sodass beim Transport große Mengen an C02-Emissionen freigesetzt werden.

… tschuldigung, war nicht so gemeint!

Keks der Woche

Die Bahlsen-Erbin Verena hat sich für ihre unbedachten Äußerungen über die Beschäftigung von Zwangsarbeitern im Nationalsozialismus entschuldigt: „Nichts liegt mir ferner, als den Nationalsozialismus und seine Folgen zu verharmlosen. Als Nachfolgegeneration haben wir Verantwortung für unsere Geschichte. Ich entschuldige mich ausdrücklich bei all denen, deren Gefühle ich verletzt habe.“ Unterstützung erhielt sie von der 95-jährigen Polin Berenika Czerwinska, einer ehemaligen Zwangsarbeiterin. „Es war keine schöne Zeit bei Bahlsen“, erklärte Czerwinska dem Postillon: „Immerhin wurde ich brutal aus meiner Heimat gerissen und musste in einem fremden Land für eine fremde Firma arbeiten. Meine Tochter musste ich damals bei meiner Großmutter zurücklassen.“ Doch wenn sie höre, dass es der 26-jährigen Urenkelin ihrer damaligen Chefs heute richtig gut gehe und dass sie sich bald eine oder mehrere Segeljachten gönnen wolle, wisse sie, dass sich am Ende alles gelohnt habe.