Design, Funktionalität und Energieeffizienz

Das Geschäft mit Haushaltsgeräten boomt, weil Küchen zum Mittelpunkt von Wohnungen geworden sind.

Eine neue Küche kostete im vergangenen Jahr durchschnittlich 7125 Euro — 228 Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. Denn „die Küche als Herzstück vieler Wohnungen“ hat enorm an Bedeutung gewonnen, wie Volker Irle weiß, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Moderne Küche (AMK). Auf rund 11,4 Milliarden Euro beziffert die AMK den Umsatz von Unternehmen, die Küchen verkaufen, wobei fast zwei Drittel mit Einbaugeräten erzielt werden.

Kochstation auf der Gastro Vision

Während Billigküchen für weniger als 5.000 Euro stark rückläufig sind, verdreifachte sich der Absatz von High-Tech-Herden seit 2016. Jede vierte verkaufte Kochfläche verfügt heute über einen integrierten Dunstabzug. Zwei Drittel der verkauften Geräte reinigen sich selbst, weil kaum jemand noch Zeit mit dem Putzen verbringen will. Und mussten Einbaugeräte früher nur möglichst leise sein, legen die Käufer heute auch Wert auf das Design und die Energieeffizienz, die Funktionalität und eine geringere Größe. „Die Küche“, so Volker Irle in der Welt, „ist in die Wohnflächen hineingewandert.“ 90 Prozent der Neubauten würden von Architekten bereits mit offenen Küchen geplant.

Mit den gestiegenen Ansprüchen an Technik und Ausstattung erhöhte sich auch der Preis. Jede zweite der 1,3 Millionen verkauften Küchen kostete mehr als 10.000 Euro, jede siebte sogar mehr als das Doppelte. Und Schätzungen zufolge sind etwa 15 Millionen Küchen in Deutschland bereits älter als 15 Jahre und werden wohl in den kommenden Jahren durch neue ersetzt. Der Boom dürfte somit weiterhin anhalten.