Chronik der Woche

Die Deutschen essen immer seltener gemeinsam. Das Sternerestaurant Jellyfish wirft das Handtuch. Die AfD ist im Bocca di Bacco nicht willkommen. Und im Einzelhandel wird immer öfter mit der EC- oder Kreditkarte bezahlt. Die Woche im Überblick.

Einer Umfrage des Lebensmittelkonzerns Nestlé zufolge frühstücken nur noch knapp 40 Prozent der Deutschen gemeinsam. Gerade mal jeder Zweite isst noch in Gesellschaft zu Mittag. Und jeder Dritte isst nicht mehr zu festen Zeiten, sondern dann, wenn er Hunger oder Zeit hat, und immer öfter auch nicht mehr daheim, sondern in einem Bistro oder Restaurant. „Ernährung wird immer mehr an die individuellen Bedürfnisse und Lebenssituationen angepasst“, resümierte denn auch Renate Köcher, die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, als sie die Studie „So is(s)t Deutschland 2019“ am vergangenen Freitag in Frankfurt/Main vorstellte. Dadurch würden sich feste Gewohnheiten auflösen.

Nur noch 40 Prozent der Deutschen frühstücken gemeinsam

Geschäftsaufgabe

Nicht mehr in das Hamburger Sternerestaurant Jellyfish ausweichen können sie nach dem 17. Mai. Denn dann schließt das Fischrestaurant, weil ihm in den vergangenen Wochen gleich vier Mal die Fensterscheiben eingeworfen, die Einrichtung verwüstet und Bargeld sowie Rechner geklaut wurden — wir berichteten darüber.

Kein Tisch für die AfD

Einen neuen Ort, um gemeinsam zu Abend zu essen, müssen sich wohl auch der AfD-Parteichef Jörg Meuthen, ihre Fraktionschefs Alexander Gauland und Alice Weidel sowie der parlamentarische Geschäftsführer Bernd Baumann suchen, nachdem das Berliner Restaurant Bocca di Bacco eine Tischbestellung abgewiesen hat, weil sie Menschen „aufgrund ihrer Herkunft, Religion, politischer Einstellung oder Hautfarbe diskriminieren“.

Das Bargeld lacht nicht mehr

Erstmals häufiger mit Giro- und Kreditkarten als mit Bargeld bezahlt haben Kunden von Einzelhandelsgeschäften ihre Einkäufe im vergangenen Jahr, wie Die Zeit berichtet. Dabei ist das Bezahlen mit Bargeld günstiger und schneller als mit einer EC- oder Kreditkarte. Einer – allerdings schon etwas älteren – Untersuchung der Deutschen Bundesbank zufolge dauert eine Barzahlung an der Kasse durchschnittlich 22 Sekunden und kostet Banken und Geschäftsinhabern 24 Cent je Transaktion. Kartenzahlungen benötigen für die PIN-Eingabe und die Unterschrift hingegen fast doppelt so lange und kosten 10 Cent mehr.