Muttermilch-Ersatz

Erstmals wird der Weltfischbrötchentag auch in Hamburg begangen. Natürlich auf St. Pauli.

Bevor die Hannover-Messe zur weltgrößten Industriemesse mutierte, wurde sie vom Volksmund als „Fischbrötchen-Messe“‘ verspottet. Denn die dort gereichten Fischbrötchen waren in der Nachkriegszeit ein besonders auffallendes Merkmal der Messe. Inzwischen hat Hamburg der niedersächsischen Metropole aber den Rang abgelaufen und bezeichnet sich selbst als „Weltfischbrötchenhauptstadt“.

Der Klassiker: Bismarckhering im Brötchen (Foto: Anghy/Wikipedia)

Bereits seit 2011 wird der Weltfischbrötchentag an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zelebriert, jeweils am ersten Samstag im Wonnemonat Mai. Am 4. Mai wird er nun erstmals auch in Hamburg begangen. Denn kein Tourist, so die Veranstalter dieses Events, verlasse die Hansestadt, ohne sich diese norddeutsche Delikatesse zwischen die Kiemen gehauen zu haben.

Von 12 bis 23 Uhr bieten regionale Anbieter deshalb auf dem Spielbudenplatz der Reeperbahn Brat- und Bismarckheringe, Nordseekrabben oder Backfisch im Brötchen an. Zudem soll der Weltfischbrötchenmeister gekürt werden. Mit Widerstand ist, im Gegensatz zu den Olympischen Spielen 2024, für deren Ausrichtung sich keine Mehrheit fand, dem G20-Gipfel oder dem Schlagermove, nicht zu rechnen. Denn Fischbrötchen sind für den Hamburger eine Art Muttermilch-Ersatz und für so manchen HSV-Fan ein Trost, spielt „die schönste Stadt der Welt“ so doch wenigstens fischbrötchenmäßig in der Champions League.