Wein aus der Dose

In den USA hat sich Wein in Dosen bereits durchgesetzt. Sogar der Filmregisseur Francis Ford Coppola füllt seinen Wein darin ab. Nun drängen Rosé-, Weiß- und Rotweine in Dosen auch bei uns auf den Markt.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass auf der Gastro Vision Prosecco in Dosen vorgestellt wurde. „Unsere Definition von modernem Prosecco heißt Glamour, Spaß, Partylaune, Genuss, Verführung, Lust und mehr“, verkündete damals der Aussteller RICH Secco. Doch die goldene Dose wurde nicht so schnell zum idealen Begleiter auf Partys, zum Must-have in Clubs oder zum Gute-Laune-Getränk für jeden Mädelsabend, wie man sich das erhofft hatte. Wein in Dosen? Darüber rümpften Weintrinker hierzulande die Nase.

You don’t have to be rich to drink my wine

Nun kommt aber Hoffnung auf. Weil die Weintrinker immer älter werden, setzen Winzer verstärkt auf Abfüllungen in Dosen, um damit auch jüngere Generationen als Konsumenten zu gewinnen. Mittlerweile gibt es Portionsgrößen für Singles und sogar Wein-to-go. Denn Dosenwein passt in jede Handtasche und wird auch in Friseursalons, Boutiquen und Tankstellen-Shops angeboten. Ingo Nassau von der Bochumer Finest Food Factory räumte in der Welt zwar ein, keinen Château Lafite-Rothschild abzufüllen“, ist aber davon überzeugt, dass der „Wein+“ locker mit einem Flaschenwein mithalten kann.

Gerald Franz unterzog den „kleinen Wein für unterwegs“ im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen einer Geschmacksprobe. Sein Fazit: Wein fließt geschmeidiger aus der Aluminiumöffnung als wild aufschäumende Getränke wie Limo oder Bier und lässt sich leicht schlürfen. Obwohl es ihm schwerfiel, das zuzugeben, machte ihm „diese Art des Weintrinkens“ sogar „Spaß“. Allein die Metalloberfläche roch nach Kühlschrank, weshalb man den Wein aus der Dose in ein Glas umfüllen sollte.

Der Einzelhandel hält sich indes noch zurück, sodass Wein in Dosen hauptsächlich online vertrieben wird.