„Zwischen Kartoffelpuffer und Radiergummi-Abrieb“

Dank der Flexitarier, die hin und wieder auch vegan essen, boomt der Markt für vegetarische und vegane Lebensmittel. Nun testen auch Fast-Food-Konzerne Alternativen zum Big Mac oder Doppel-Whopper.

Drei Jahre, nachdem der Wurstfabrikant Rügenwalder Ende 2015 vegetarische und vegane Produktlinien in sein Sortiment aufgenommen hat, macht dieses Segment bereits fast 40 Prozent seines Umsatzes aus. Veggie sells. Das erkennen so langsam wohl auch die Fast-Food-Ketten, die bislang noch keine vegane Speisen auf der Karte haben oder höchstens mal einen Salat. So testet Burger King aktuell den „Impossible Burger“ als Alternative zum Whopper in 59 Restaurants in St. Louis. Und der von umweltbewussten Konsumenten wegen seiner Wasser-Politik boykottierte Lebensmittelkonzern Nestlé hat seine Garden-Gourmet-Serie bereits durch einen „Incredible Burger“ ergänzt, der Soja und Weizen-Eiweiß enthält und reich an Proteinen ist.

McDonald’s testet den „Big Vegan“

Allein McDonald’s hält sich noch zurück, weil „die Nachfrage nach einem veganen Hauptgericht noch nicht ausreichend groß genug“ sei, wie man bento auf Nachfrage mitteilte — um die Redaktion nur ein paar Stunden später zu einem Testessen eines Burgers einzuladen, mit dem McDonald’s den veganen Markt für sich erschließen will. „Würde man ihn mit verschlossenen Augen essen“, befand daraufhin der bento-Mitarbeiter Maxim Landau, „wäre er wahrscheinlich kaum von anderen Burgern des Konzerns zu unterscheiden.“ Denn das Burger-Pattie des „Big Vegan“ fühlte sich in seinem Mund etwas bröselig an und erinnerte ihn an „irgendetwas zwischen Kartoffelpuffer und Radiergummi-Abrieb. McDonald’s veganer Burger schmeckte seiner Meinung nach „ein bisschen rauchig, ein bisschen süß und sehr nach Essiggurke: wie McDonald‘s halt immer schmeckt“.

Dem Trend zu veganem Essen dürfte das jedoch keinen Abbruch tun. Produzieren Veganer doch rund zwei Tonnen weniger Treibhausgase pro Jahr als Fleischesser, wie der Ökologe Joseph Poore von der Universität Oxford für den Spiegel berechnet hat — was in etwa acht Flügen von Berlin nach London entspricht.

Titelfoto: Burger King