Chronik der Woche

Die EU will Veggie-Burger verbieten. In kassenlosen Läden soll künftig auch bar bezahlt werden können. Der Online-Handel profitiert von betrunkenen Kunden. Das LKA Niedersachsen warnt Restaurants vor Cyberattacken. Und mit Lebensmittelfälschungen lässt sich so viel Geld verdienen wie mit Drogen. Die Woche im Überblick.

Einem Entwurf des Agrarausschusses des EU-Parlaments zufolge sollen vegetarische und vegane Imitate nicht mehr nach den tierischen Originalen benannt werden dürfen, um dem Verbraucher anzuzeigen, wonach sie schmecken und welches tierische Produkt man durch sie ersetzen kann. Sebastian Maas findet das in bento „idiotisch“, weil Bezeichnungen wie Geflügelleberwurst, die zu 68 Prozent aus Schwein besteht, oder Leberkäse, der oft weder Leber noch Käse enthält, weiterhin erlaubt sein sollen, während Schweineborsten in Kartoffelchips oder Gelatine im Apfelsaft nicht deklariert werden müssen. Idiotisch sei das vor allem deshalb, weil viele geläufige Begriffe für Fleisch einst gar nicht dafür erdacht wurden. So stamme das Schnitzel vom mittelhochdeutschen „sniz“ („etwas schneiden“), das Steak komme vom altnordischen „stejk“ („etwas braten“), und bei Gehacktem könne auch Holz gemeint sein.

Voran in die Vergangenheit statt zurück in die Zukunft

Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück

Die spinnen, die Amis. Was aber nicht verwundert, bei diesem Präsidenten. Damit die 8,4 Millionen Amerikaner, die kein Bankkonto haben, nicht diskriminiert werden, will amazon go es ihnen ermöglichen, in den bislang kassenlosen Läden bar zu bezahlen — womit dieses Geschäftsmodell ad absurdum geführt würde, denn gerade das Anstehen an der Kasse sollte ja durch sie beendet werden. Um Menschen ohne Konto den Zugang zu allen Geschäften zu ermöglichen, setzt man in den USA nun verstärkt auf gesetzliche Regelungen. Als erste Großstadt, berichtet t3n, habe Philadelphia im März Läden verboten, in denen keine Bargeldzahlung möglich ist. New York, San Francisco und Chicago werden wohl ähnliche Regelungen erlassen. Und auch in Massachusetts und New Jersey gebe es so ein Gesetz schon.

Betrunkene Kunden geben mehr Geld aus

Dazu passt, dass 79 Prozent aller US-Amerikaner mindestens schon ein Mal betrunken im Internet geshoppt haben. Das ergab eine Umfrage des E-Mail-Newsletters „The Hustle“ unter Millennials. Am liebsten kauften sie in betrunkenem Zustand Kleidung und Schuhe, gefolgt von Filmen und Spielen. Im Schnitt gaben sie, so die Welt, 444 Dollar pro Jahr für Onlineshopping aus.

Erst mal einen Schnaps — und dann wird eingekauft

Vorsicht, Falle!

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnte derweil Restaurants vor Cyber-Attacken. So habe ein Wirt eine E-Mail erhalten, in der von einer angeblichen Lebensmittelvergiftung nach dem Lokalbesuch die Rede war, berichtet die AHGZ. Die Mail enthielt ein Word-Dokument mit einer Schadsoftware. Der Betrugs-Mail war ein Foto angehängt, auf dem eine junge Frau mit einer Hautirritation zu sehen war. Der Absender gab vor, bereits einen Anwalt beauftragt zu haben. Der Polizei zufolge war dieses Bild jedoch bereits im Netz bekannt ist und kursierte im Zusammenhang mit Berichten über allergische Reaktionen auf Hautpflegeprodukte.

Garantiert nicht gefälscht — Premium-Olivenöl auf der Gastro Vision 2017

Kommen nach den Sülze-Unruhen nun Olivenöl-Unruhen?

Als die Versorgung mit Lebensmitteln im Juni 1919 so schlecht war, dass viele Menschen hungern mussten, kam es in Hamburg zu den sogenannten Sülze-Unruhen, in deren Verlauf ein Fabrikant, der Abfälle zu Sülze verarbeitet hatte, in die Alster geworfen wurde. Abgeschreckt wurden Lebensmittel-Fälscher dadurch allerdings nicht. Zu den am häufigsten gefälschten Lebensmittel zählen heute Olivenöl, Fisch und Bio-Produkte, Milch, Getreide, Honig, Kaffee und Tee. Mithilfe eines Thunfisch-Tunings wird aus billigem Bonito, der sonst in der Dose landet, ein teurer Gelbflossenthunfisch, wodurch in Europa illegale Gewinne von 230 Millionen Euro erzielt werden. In Spanien wandeln sich konventionelle Lieferanten„in einem Affen-Tempo“ in Biobetriebe um, während die Umstellungszeit anderswo bis zu vier Jahre dauert. Andreas Kliemant vom Bundesamt für Verbrauchersicherheit und Lebensmittelsicherheit rechnet denn auch im Deutschlandfunk damit, dass 2019 „ein Top-Jahr für die Olivenöl-Trickser“ wird. In Italien sei die Olivenernte um 50 und in Griechenland um 30 Prozent zurückgegangen, was zur Folge habe, dass die Preise für Olivenöl und damit auch die Gewinnmarge stark steigen würden. Schließlich seien die Gewinnspannen ähnlich hoch wie im Drogenhandel.