Der kleine Unterschied

Warum schmecken deutsche Biere besser, wenn sie kalt sind? Ein Aromaforscher hat auf diese Frage nun die passende Antwort.

Wenn Gäste aus England oder den USA zum ersten Mal ein Pils, Kölsch oder Weizen trinken, fragen sie sich oft, warum diese Biere so kalt serviert werden. Die Antwort ist für den Aromaforscher Thomas A. Vilgis denkbar einfach: Weil sie dann besser schmecken. Denn ihr Geschmack komme im Wesentlichen durch die verwendeten Bitterstoffe zustande, die durch kalte Temperaturen noch betont würden und diesen Durstlöschern eine besondere Note verliehen. Oder, beim Weizenbier, durch die Süße, die durch die Kälte etwas reduziert würde.

Schmeckt gut gekühlt besser – ein deutsches Pils

Im Gegensatz zu Bieren, die nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut werden, schmecken Craftbiere hingegen erst warm „so richtig gut“, wie der Bier-Blogger Uwe Ebbinghaus in der FAZ meint. Auch darauf weiß Vilgis eine Antwort: „Je höher die Temperatur, desto mehr trägt der Alkohol zum Aroma bei. Alkoholreiche Biere sind zudem in vielen Fällen mit schwereren, flüchtigen Aromen verbunden, zu denen auch Röstmalze und Holztöne beitragen. Auch hier führt eine höhere Temperatur zur Freisetzung der Aromen.“

Bei Craftbieren setzen höhere Temperaturen Aromen frei

Wieder was gelernt: Deutsche Biere schmecken besser, wenn sie kalt serviert werden. Die Aromenvielfalt von Craftbieren kommt hingegen besser zum Ausdruck, wenn diese wärmer getrunken werden.