Chronik der Woche

Köche setzen sich einem Gesundheitsrisiko aus. Jeder vierte Honig ist mangelhaft. Discountern gehören bereits zwei Drittel des Bio-Markts. In Plastik eingeschweißte Gurken haben eine bessere Ökobilanz als welche ohne. Und weil sie ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen wollten, wurden zwei Studenteninnen verurteilt. Die Woche im Überblick.

Köche gehören zu den Berufsgruppen mit der niedrigsten Lebenserwartung. Ein Grund dafür sind die Kochdämpfe, denen sie täglich ausgesetzt sind. Das hat der Arzt Sindre Rabben Svedahl herausgefunden, der für seine Doktoarbeit der Frage nachging, ob die Arbeitsbedingungen in der Küche die Lungenfunktion verändern, und feststellte, dass das Risiko, chronisch an Brochitis zu erkranken, sich erhöht, wenn man mehr als den halben Arbeitstag damit verbringt, Lebensmittel zu braten. Auch in Deutschland seien Atembeschwerden bei Köchen nicht selten, berichtet Dennis Nowak vom Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin in München auf Spiegel Online: „Ich habe Köche mit Mehl-Asthma, Fisch-Asthma, Meeresfrüchte-Asthma, Spinat-Asthma, Karotten-Asthma erlebt. Wenn Meidung nicht reichte, ging das bis zur Umschulung bei Berufskrankheit.“ In den Dämpfen befänden sich Reizstoffe und Allergene, die solche Beschwerden auslösen könnten.

Von Ewald Lienen für unbedenklich erklärt

Jeder vierte Honig ist mangelhaft

Zehn von 36 untersuchten Honigmarken gab die Stiftung Warentest die Note „mangelhaft“. Von den Mischhonigen waren nur vier „gut”. Bei Sortenhonigen fiel das Ergebnis durchwachsen aus. Nur drei Waldhonige erhielten ebenfalls die Note 2. Allein Rapshonig schnitt vergleichsweise gut ab. Einige Produkte schmeckten nicht so, wie sie schmecken sollten.  Etwa jeder fünfte Honig sei zudem wärmegeschädigt gewesen, sodass die darin enthaltenen Enzyme kaum oder gar nicht mehr aktiv waren.

Erstaunliche Ökobilanz

In Plastik eingeschweißte Gurken sind nachhaltiger als solche, die unverpackt verkauft werden. Das glaubt zumindest Nils Rettenmaier vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg, der davon ausgeht, dass die Verluste bei eingeschweißten Gurken etwa ein Drittel geringer sind. In der Ökobilanz falle das mehr ins Gewicht als eine Plastikhülle, gab er im bento-Interview zu Protokoll.

Wachstumsbranche Bio

Seit dem 1. Januar hat der Discounter Lidl nahezu alle Molkereiprodukte seiner Bio-Eigenmarke mit dem Bioland-Siegel versehen, dessen Vorgaben teilweise deutlich über die EU-Richtlinien für Bio-Produkte hinausgehen. Lidl ist aber nicht der einzige Discounter, der nun auf Bio macht. Von Aldi bis Edeka haben sich die großen Handelsketten schon zwei Drittel des Bio-Marktes gesichert, wie ntv berichtet. Denn Bio sei einer der wenigen Bereiche, die im Lebensmittelhandel noch kräftig wachsen – nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung im Schnitt um 5,9 Prozent in den Jahren 2012 – 2017. Mehr als zehn Milliarden Euro geben die deutschen Verbraucher inzwischen jährlich für ökologische Produkte aus.

Lebensmittelverschwendung

Um ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen, brachen zwei Studentinnen im bayrischen Olching den Müllcontainer eines Supermarkts auf und packten alles ein, was noch genießbar zu sein schien. Das Amtsgericht Fürstenfeldbruck sprach beiden Studentinnen nun eine Verwarnung aus und verurteilte sie zu einer Geldbuße von 225 Euro, die sie allerdings nur zahlen müssen, wenn sie innerhalb der zweijährigen Bewährungszeit Straftaten begehen. Als Bewährungsauflage, so Spiegel Online, verhängte das Gericht jeweils acht Stunden Arbeit bei der örtlichen Tafel.

Zu guter Letzt

In einem abgründigen Cartoon fällt einem Mann beim Lesen der Speisekarte eines China-Imbisses auf, dass das Tattoo seiner Begleiterin ja gar nicht „Glück und Frieden“ bedeute, sondern vielmehr „Fette Ente mit Pilzen“ heiße. Was sich der Cartoonist Perscheid einst ausgedacht hatte, widerfuhr der Sängerin Ariana Grande nun im realen Leben. Nachdem sie sich mit japanischen Schriftzeichen den Titel ihres Hits „7 Rings“ auf die Handfläche hatte tätowieren lassen und ein Foto davon auf Instagram veröffentlichte, wiesen Fans die Veganerin darauf hin, dass das tätowierte Wort „shichirin“ laute, womit ein kleiner japanischer Kohlegrill gemeint sei. Das Bild wurde daraufhin in aller Eile von ihrer Instagram-Seite entfernt.