Sinkende Einnahmen, steigende Profite

Der Anteil von fair gehandeltem Kaffee liegt in Deutschland bei knapp 5 Prozent. Seinen Preis bestimmen aber die großen Konzerne.

Allein in Deutschland sind die Einnahmen beim Verkauf von Rohkaffee in den vergangenen Jahren um 130 Millionen Euro oder 10 Prozent gesunken. Gleichzeitig wurden jährlich 2,74 Milliarden Euro mehr umgesetzt, was einer Steigerung von 215 Prozent entspricht. Leidtragende dieser Entwicklung sind natürlich die Kaffeebauern, die von fairen Handelsunternehmen zwar gerechter für ihre Arbeit entlohnt werden. Letztlich müssten sich aber auch diese an den Preisen der Großkonzerne orientieren, wie der Kaffee-Experte Jonas Lorenz vom Forum Fairer Handel in einem Interview mit der taz erläutert.

Auch ihr sind – leider – die Hände gebunden

Ihm zufolge liegt der Fair-Trade-Anteil am Gesamtumsatz in Deutschland momentan bei mageren 5 Prozent. Der Mindestabnahmepreis  fairer Handelsunternehmen von 1,40 Dollar, eine Fair-Trade-Prämie von 20 Cent sowie ein Biozuschlag von 30 Cent würden zwar den Kaffeebauern vor Ort helfen. Wenn der Preis für fairen Kaffee zu weit über dem von konventionellen Kaffeemarken liege, würden ihn aber weniger Verbraucher kaufen, sodass fairen Kaffee-Händlern die Hände gebunden seien.

Als Grund dafür führt Lorenz an, dass die größte Spanne weiterhin mit Pads und Kapseln erzielt wird und nicht mit Rohkaffee. Somit kommt es letztlich auf den Verbraucher an, wie gut oder schlecht die Kaffeebauern bezahlt werden.