Chronik der Woche

Deutsche Winzersekte machen dem Champagner Konkurrenz. Ein Buch verrät, welche Menüs bei weltgeschichtlichen Zusammenkünften serviert wurden. Und in Washington D.C. serviert eine Bar „Shutdown Cocktails“.

Mit einem Marktanteil von 3 Prozent sind deutsche Winzersekte ein Nischenprodukt wie Champagner. „Die Qualität deutscher Sprudler“, so der Vinum Weinguide 2019, sei in den letzten Jahren jedoch „auf geradezu abenteuerliche Weise“ nach oben gegangen. Und der Sektkellerei Henkell zufolge seien Verbraucher auch bereit, für Qualität tiefer in die Tasche zu greifen. Dabei wird ein Großteil der 290 Millionen Liter Sekt traditionell im Dezember abgesetzt, damit an Silvester die Korken knallen, wie Spiegel Online weiß. Prost Neujahr!

Beim Festmahl für den assyrischen König Assurnasirpal II. im Jahr 879 vor Christus wurden 14.000 Schafe, 500 Gazellen und 10.000 Springmäuse verzehrt. Das erste Menü im Weltraum bestand 1961 aus Fleischpüree und Schokoladensoße in Tuben. Die vermögenden Passagiere der Titanic schlürften Austern und aßen gebratenes Küken an Kresse, Pasteten mit Foie Gras und zweierlei Éclairs, bevor sie am 14. April 1912 untergingen. Als sich Elvis Presley am 27. August 1965 zum ersten und letzten Mal mit den Beatles traf, servierte er ihnen Russische Eier, gebratene Hühnchenleber im Speckmantel, süße und saure Fleischbällchen, Krebsfleisch, eine kalte Wurstplatte, Früchte und Käse. Und beim letzten State Dinner von US-Präsident Barack Obama 2016 wurden Krebscannoli mit Johannisbeertomaten aus eigenem Anbau gereicht und Brombeertörtchen zum Nachtisch. Die Hintergründe, Speisenfolgen und Zutaten außergewöhnlicher Mahlzeiten der letzten drei Jahrtausende haben Moritz Rauchhaus und Tobias Roth für ihr Buch „Wohl bekam’s. In 100 Menus durch die Weltgeschichte“ rekonstruiert, das im Verlag Das kulturelle Gedächtnis erschienen ist.

Weltgeschichte schreibt in gewisser Hinsicht auch US-Präsident Donald Trump mit der Inkaufnahme eines Shutdowns, weil ihm für den Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze nicht 5 Milliarden Dollar bewilligt wurden. Bislang profitiert davon allerdings nur die Capitol Lounge in Washington D.C., die Shutdown-Cocktails anbietet, solange der Staatsapparat teilweise stillgelegt ist.