Gedanken zum Jahreswechsel

In der jährlichen Sonderausgabe des Hotelier-Magazins „Cost & Logis“, die dem Thema „Zukunft“ gewidmet ist, tritt der Gründer der Gastro Vision, Klaus Klische, für eine neue Wertschätzung der Gastronomie und Hotellerie ein.

Fast vierzig Prozent aller Hotels, die über ein Restaurant verfügen, heißt es in einem Gastbeitrag des Gastro-Vision-Veranstalters Klaus Klische, fänden nur noch sehr schwer Auszubildende oder geeignete Fachkräfte. Allein in Hamburg fehlten nach Schätzung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) 5.000 Mitarbeiter, weshalb viele Restaurants schon keinen Mittagstisch mehr anbieten könnten. Aktuell gebe es so wenige Azubis in der Gastronomie wie zuletzt 1976, wobei fast jeder zweite seine Ausbildung abbreche. Zudem seien viele Köche und Servicekräfte eher zufällig in der Gastronomie gelandet, weil sie in ihrem erlernten Beruf keine Anstellung mehr gefunden hätten. Um neues Personal zu finden, würden selbst renommierte Traditionshotels damit werben, dass sie Nahverkehrs-Tickets bezuschussen und die Reinigung von Uniformen, den Kauf von Sicherheitsschuhen und die Pflege der Küchenmesser übernehmen. Statt mittlerweile selbstverständliche Arbeitgeberleistungen herauszustellen, schlägt Klische vor, sollten Hoteliers und Gastronomen lieber ihre Mitarbeiter und Angestellten mehr motivieren und die Chancen und Möglichkeiten, die ihnen geboten werden, in den Fokus gerückt werden.

Ohne eine neue Wertschätzung ginge es jedoch nicht. Viele Gäste verstünden in Deutschland noch immer nicht, dass es eine Ehre sei, bedient, bekocht und umsorgt zu werden, und honorierten das nur mit einem knickrigen Trinkgeld. Während die Gastronomie beispielsweise in Frankreich als Kulturgut angesehen würde, das es zu hegen und zu pflegen gilt, empfände man sie in Deutschland in der Regel als selbstverständlich und Geiz als geil. Vor allem deutschen Gästen mangele es in dieser Hinsicht an Respekt vor überdurchschnittlichen Leistungen und sie nähmen diese nur als normal wahr — „als sei ein guter Service ein Menschenrecht, das ihnen zusteht, natürlich umsonst“.