Chronik der Woche

Zucker und Salz sollen reduziert werden. Ein AfD-Bundestagsabgeordneter wurde zum Hooligan. Der Zweigelt soll umbenannt werden. Vapiano schreibt rote Zahlen. Die EU will Plastikgeschirr verbieten. Den Tea Addicts ist kein Weg zu weit. Edeka führt einen neuen Preiskrieg. Fisch wird 2019 teurer. Und James Bond trinkt zu viel. Die Woche im Überblick.

Der Zuckergehalt von Erfrischungsgetränken soll bis 2025 um 15 Prozent reduziert werden, der von Frühstückscerealien für Kinder gar um ein Fünftel. Joghurts für Kinder sollen 10 Prozent weniger Zucker enthalten und damit anderen Joghurts angeglichen werden. Der Salzgehalt von Pizzen soll auf 1,25 Gramm pro 100 Gramm Pizza beschränkt werden. Und Bäckereien wollen künftig mit Salz sparsamer umgehen. Das hat die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner mit der Lebensmittelwirtschaft vereinbart. Dabei handelt es sich aber nur um eine Selbstverpflichtung, die im kommenden Herbst erstmals überprüft werden soll. Klöckner: „Wenn die Wirtschaft nicht mitmacht, werden wir weitere Maßnahmen prüfen.“

Ernährungsministerin Julia Klöckner will Zucker und Salz reduzieren                                 (Foto: CDU Rheinland-Pfalz)

AfD-Politiker verurteilt

Das Landgericht Mainz hat den AfD-Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden des Tourismus-Ausschusses, Sebastian Münzenmaier, wegen Beihilfe zur Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 16.200 Euro verurteilt. Von einer Haftstrafe auf Bewährung wurde abgesehen. Münzenmaier gilt damit nicht als vorbestraft und kann sein Bundestagsmandat behalten. Das berichtet die AHGZ. Dem Gericht zufolge war Münzenmaier vor sechs Jahren daran beteiligt gewesen, als Fans des 1. FC Kaiserslautern Anhänger von Mainz 05 überfallen hatten.

Nazi-Denkmal in Flaschenform

Die am meisten in Österreich angebaute Rebsorte, der Zweigelt, soll umbenannt werden, weil ihr Namensgeber Friedrich Zweigelt, ein österreichischen Botaniker, der 1922 den Rotwein durch die Kreuzung der Rebsorten St. Laurent und Blaufränkisch geschaffen hatte, ein glühender Anhänger der Nationalsozialisten war. Eine Wiener Künstlergruppe, das Institut ohne Eigenschaften, will den Wein nun „abzweigeln“, damit seinem Erfinder nicht noch länger ein „Denkmal in Flaschenform“ gesetzt wird, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Der Zweigelt soll umbenannt werden

Früher schickimicki, heute von gestern

Die Pizza- und Pasta-Kette Vapiano ist in die roten Zahlen geschliddert, weil sich ihre Geschäftsidee überlebt habe. Das meint zumindest Marcus Werner in seiner Kolumne für die WirtschaftsWoche. Was beim Kochen von unterschiedlichen Gerichten die große Kunst sei, „dass alles für alle gleichzeitig fertig wird“, klappe bei anderen Fastfood-Ketten viel besser als bei Vapiano, das einfach nur „ein umständliches Restaurant mit freundlicher Optik“ sei, „in dem die Gäste die Arbeit von Kellnern machen“.

EU-Verbot für Plastik

Plastikteller, Trinkhalme und andere Wegwerfprodukte aus Kunststoff sollen EU-weit verboten werden. Die EU-Kommission will damit die Ozeane schützen, in denen 80 Prozent des Plastikmülls landen, berichtet Die Welt. So soll der Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringert werden. Bis 2030 will man Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermeiden. Und die Verbraucher würden bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen.

Trinkhalmen aus Glas gehört die Zukunft

Tea Addicts

Um guten Tee einzukaufen ist den Hamburger Tea Addicts Jürgen Pitzschell und Stephan Suen kein Weg zu weit. Denn die teuersten Pu-Erh-Tees der Welt werden im Südwesten Chinas in 1600 Meter Höhe aus den getrockneten Blättern eineinhalbtausend Jahre alter Teebäume hergestellt. Verglichen mit den Teegroßhändlern in der Speicherstadt, sind sie, wie Spiegel Online feststellt, „die Punks der Branche“.

Preiskrieg

Anfang des Jahres hatte die Supermarkt-Kette Edeka mehr als 160 Nestlé-Produkte aus dem Sortiment genommen, um bessere Lieferpreise auszuhandeln. Nun will Edeka vorübergehend 91 Produkte der Lebensmittelkonzerne Mars, Heineken und Red Bull nicht mehr anbieten, um bessere Konditionen beim Einkauf zu erzielen — und nicht, weil sie Palmöl aus Regenwald-Plantagen beziehen, ihre Werbung irrführend ist oder sie für Lebensmittelskandale verantwortlich sind.

Reduzierte Fangquoten

Fischers Fritz darf 2019 nicht mehr so viele frische Fische fangen. Das haben die Fischereiminister der EU vereinbart. Beim Hering verringert sich die erlaubte Menge um 40 Prozent, beim Kabeljau um 35 Prozent, bei der Makrele um 20 Prozent und bei der Scholle um 12 Prozent. Allein beim Seelachs ist ein Zuwachs von 16 Prozent vorgesehen. Die Fangquoten gelten jeweils ein Jahr lang. Diese empfindlichen Kürzungen der Fangquoten, so Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, seien notwendig, „damit wir auf Nachhaltigkeitskurs bleiben.“

Matjes wird teurer

Zu guter Letzt

Den Alkoholkonsum des Geheimagenten 007 alias James Bond finden Wissenschaftler der Universität Otago äußerst bedenklich. Für eine Studie analysierten sie 24 Bond-Filme aus den Jahren 1962 bis 2015 und fanden, wenig überraschend, heraus, dass er trank, bevor er mit seinen Gegnern kämpfte, enorme Summen beim Glücksspiel einsetzte oder angetrunken Auto fuhr. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, empfehlen die neuseeländischen Wissenschaftler dem Geheimagenten seiner Majestät, professionelle Hilfe aufzusuchen und seinen Alkoholkonsum einzuschränken, wenn er nukleare Waffen entschärfe oder Sex mit seinen Feindinnen habe. Nicht beachtet haben die Wissenschaftler allerdings, dass James Bond alle paar Jahre von einem anderen Schauspieler verkörpert wird. Weil das die Leber nicht mehr mitmacht?