Chronik der Woche

Cola-Produzenten distanzieren sich von der AfD. Kassenlose Supermärkte gibt es auch im Saarland. Weißweine aus Neuseeland haben eine gute Öko-Bilanz. Und die EU will Plastikmüll reduzieren. Die Woche im Überblick.

Nach hinten los ging ein Konter-Fake der AfD. Nachdem eine Künstler-Initiative einen Afdentskalender in Berlin aufgestellt, Coca-Cola aber nichts dagegen unternommen hatte, tauchte eine pro-AfD-Botschaft auf, die im Stil von Pepsi-Cola gestaltet war. Pepsi schmeckte das aber gar nicht und distanzierte sich „ausdrücklich von dieser parteipolitischen Vereinnahmung“.

Um zu zeigen, dass er keine Coca-Cola mehr trinke, veröffentlichte der AfD-Politiker Malte Kaufmann daraufhin ein Foto von sich, auf dem er „die einzig gute Alternative“, fritz-kola, trinkt — ausgerechnet jene Brause, die sich explizit gegen Rechte ausspricht. Und der Thüringer AfD-Chef Bernd Höcke twitterte: „In Thüringen trinkt man #VitaCola. Diese Limonade ist hier inzwischen Marktführer, beliebter als #CocaCola.” Dummerweise will aber auch Vita Cola nichts mit der AfD zu tun haben. Auf Anfrage von bento teilte das Unternehmen mit, von Höckes Kampagne nichts gewusst zu haben, und distanzierte sich von jeglicher parteipolitischen Vereinnahmung.

Bevor AfD-Politiker darauf kommen konnten, statt Cola Sinalco zu trinken, wies aber auch das Duisburger Familienunternehmen darauf hin, dass es für Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt stehe.

Woraufhin ein „rechtschaffendes Jungunternehmen“ anbot, eine Hate-Cola als offizielles Parteigetränk zu produzieren.

Doch da hatte die AfD bereits ihre eigene Cola-Marke auf den Markt gebracht.

Scan & Go

Kassenlose Supermärkte sind der letzte Schrei, seit Amazon Go den Einkauf revolutioniert hat — wir berichteten darüber. In St. Wendel im nördlichen Saarland ist der Supermarkt ohne Kassierer keine Vision mehr, sondern längst Realität. Bereits 30 seiner Supermärkte hat Globus mit dem System Scan & Go ausgerüstet. Das sei nicht nur ein Thema für junge, digitalaffine Kunden, auch viele ältere Kunden schätzten die Bequemlichkeit des Systems, berichtet der Globus-Projektleiter David Massing im „Handelsblatt“: „Außerdem gefällt ihnen, dass sie immer den Überblick behalten, welche Produkte sie schon im Einkaufswagen haben und wie viel Geld sie dafür ausgeben werden.“

Supermarkt ohne Kassierer — Amazon Go

Öko-Bilanz importierter Weine

Weißweine aus Neuseeland erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Aber wie umfreundlich sind eigentlich Weine, die um den halben Erdball transportiert werden? Laut einer Studie werden beim Transport aus Down Under pro Flasche ungefähr 300 Gramm CO2 emittiert — etwa so viel wie ein Auto auf zwei Kilometern in die Luft bläst. Manche Verbraucher, so Spiegel Online, würden aber extra 100 Kilometer zum nächsten Weingut fahren, um dort direkt beim Winzer einzukaufen.

Gute Öko-Bilanz — Weine aus Neuseeland

Ein Stück aus dem Tollhaus

Flaschenverschlüsse gehören zu den am häufigsten an europäischen Stränden gefundenen Müll-Gegenständen. Um diese „Top litter items“ zu reduzieren, sollen die Deckel von Einwegflaschen künftig so befestigt werden, dass sie nicht mehr abgetrennt werden können. Nach Meinung der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (WAFG) sind die EU-Pläne zur Regulierung von Kunststoffdeckeln aber „ein Stück aus dem Tollhaus“. Die WAFG bezieht sich dabei auf eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PWC), derzufolge eine feste Anbindung der Deckel an die Flaschen den Kunststoffverbrauch um 50.000 bis 200.000 Tonnen pro Jahr erhöhen und eine Umrüstung der Abfüllanlagen mindestens 2,7 Milliarden Euro kosten würde. Eine aktuelle Studie besagt zudem, dass Getränkeverpackungen in Deutschland überwiegend mit den dazugehörigen Verschlüssen zurückgegeben werden: bei bepfandeten Einwegflaschen zu 91 Prozent, bei unbepfandeten zu 85 Prozent. Wie WAFG-Geschäftsführer Detlef Groß in der Welt ausführt, stellten die Deckel somit in Deutschland „kein relevantes Umweltproblem dar“.