Medienwirksame Nische

Seit der Wiedervereinigung wird in Deutschland zwar weniger Bier getrunken. Craft-Biere werden mittlerweile aber von alteingesessenen Brauereien ebenso angeboten wie von Start-ups.

Aktuell gibt es in Deutschland etwa 1500 Brauereien, Tendenz steigend. Der Marktanteil von Craft-Bieren liegt zwar nur bei knapp einem halben Prozent. Doch sie stellen eine Nische dar, die „von hoher Wertschöpfung, hoher Kreativität und immenser Medienwirkung geprägt ist“, wie Imke Häsel vom Brauerbund Hessen in der Frankfurter Allgemeinen feststellt. Dabei profitieren regionale und Craft-Bier-Brauereien auch von der verstärkten Nachfrage nach heimischen Produkten.

Götz Rubien von Radeberger (links) forcierte den Trend zu Craft-Bieren

Seit der Wiedervereinigung trinken die Deutschen zwar weniger Bier, doch eine Firma wie BraufactuM, die zur Radeberger-Gruppe gehört, hat die „Spezialitätenecke für eingefleischte Bier-Enthusiasten“, so ihr Geschäftsführer Marc Rauschmann, längst verlassen. Die BraufactuM-Biere, die erstmals 2014 auf der Gastro Vision vorgestellt wurden, sind mittlerweile an 1000 Verkaufsstellen, 250 gastronomischen Betrieben und 100 Bars auf Kreuzfahrtschiffen erhältlich.

Gleich drei Biere wurden im Oktober mit dem European Beer Star ausgezeichnet, einer der begehrtesten Trophäen der internationalen Brauwelt. Bewertet wurden die Biere von Braumeistern, Biersommeliers und ausgewiesenen Bierkennern hinsichtlich ihrer Optik, ihres Schaums, Geruchs, Geschmacks und ihrer sortentypischen Ausprägung. Und bei den Meininger Craft Beer Awards errang Radeberger sogar 8 Medaillen – darunter auch den Award für das Craft-Bier des Jahres national 2018.

Der Trend geht dabei hin zu Craft-Biergaststätten. BraufactuM hat in diesem Jahr bereits seine zweite in Dresden eröffnet, nachdem ein Testballon in Berlin sehr gut angekommen war.