Chronik der Woche

Ein Mineralwasser von Coca-Cola erhält den Goldenen Windbeutel. Ein Afdentskalender erregt den Unmut der AfD. Lidl soll auf das Kindermarketing für Zuckerbomben verzichten. Eine Burger-Kette ersetzt Plastikstrohhalme durch ökologische Trinkhalme. Tim Mälzer produziert eine neue Koch-Show. Und TripAdvisor vergibt Traveller’s Choice Awards. Die Woche im Überblick.

Mit dem Goldenen Windbeutel 2018 der Verbraucherorganisation Foodwatch wurde das Glacéau Smartwater von Coca-Cola ausgezeichnet. Dass Premium-Mineralwasser verspricht einen besonders „frischen und klaren“ Geschmack, der von den Wolken inspiriert werde, die aus Wasserverdampfung und Kondensation entstünden. Das Wasser wird dabei zuerst verdampft und dann wieder aufgefangen. Verloren gegangene Mineralstoffe werden später künstlich wieder hinzugefügt. Diesen ernährungsphysiologisch recht unnützen Vorgang bezahle der Verbraucher: Mit 1,65 Euro pro Liter sei das „Smartwater“ zudem bis zu sieben Mal teurer als gewöhnliches Mineralwasser. Coca Cola hält die Kritik an seinem Mineralwasser jedoch für „nicht gerechtfertigt“ und findet auch, dass es „transparent“ gekennzeichnet sei. Ziel der Foodwatch-Kampagne sei nicht ein konstruktiver Dialog, „sondern allein inszenierte Empörung und Aufmerksamkeit für die eigene Marke“, schimpfte Patrick Kammerer, zuständig für die Kommunikation bei Coca-Cola Deutschland, im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt. Denn das sei die Währung für Foodwatch, die sich in Spenden ummünzen lasse. Das habe auch die aktuelle Abstimmung gezeigt: „Gleich nach Abgabe der Stimme wurden die Teilnehmer auf die entsprechende Seite mit einem Spendenaufruf weitergeleitet.“

Afdentskalender

„Sind politische Statements die neue Unternehmensphilosophie von Coca Cola?“ Das fragte der stellvertretende Vorsitzende der AfD Sachsen, Maximilian Krah, per Tweet auf Englisch den Mutterkonzern. Ein Dorn im Auge war ihm der afdentskalender.de, mit dem Künstler ein Zeichen gegen die AfD wollen, die, so Krah, „politisch @realDonaldTrump nahesteht“. Am 4. Dezember war dort im Türchen ein gefaktes Coca-Cola-Plakat zu sehen, das als „gutes Beispiel für Aktionen gegen die AfD gelobt“ und auch direkt gegenüber der Berliner AfD-Zentrale aufgestellt wurde. Der Coca-Cola-Sprecher Patrick Kammerer  teilte ein Bild des Plakats und kommentierte unbeeindruckt: „Nicht jedes Fake muss falsch sein.“

Kindermarketing

Noch vor kurzem hatte Lidl damit geworben, den Zuckergehalt ihrer Eigenmarken reduzieren zu wollen. Nun forderte Foodwatch den Discounter auf, das Kindermarketing für vier der zehn zuckerhaltigsten Getränke, die bei den fünf größten Handelsketten zu finden sind, umgehend zu beenden und auf bunte Comicfiguren auf der Verpackung zu verzichten. Foodwatch fordert zudem eine Limo-Steuer nach britischem Vorbild. Denn in kaum einem europäischen Land nähmen die Menschen so viel Zucker über Erfrischungsgetränke auf wie in Deutschland. Dabei hätten Blindverkostungen gezeigt, dass kaum jemand einen Unterschied zwischen Getränken mit hohem und solchen mit niedrigem Zuckergehalt erkenne.

Verzicht auf Plastik

Die Burgerkette Hans im Glück ersetzt ab dieser Woche Plastikkstrohhalme duch ökologische Trinkhalme. Die Strohhalme sind biologisch abbaubar, zu 100 Prozent plastikfrei und kompostierbar. Zusätzlich will Hans im Glück darauf verzichten,  Heißgetränke mit Trinkhalmen zu servieren.

Neue Koch-Show

Eine neue Kochsendung hebt RTLplus ab Januar ins Programm. Nach dem Vorbild des Print-Magazins Essen und Trinken – für jeden Tag soll die von Tim Mälzer produzierte Sendung ein „Leuchtturm-Projekt“ des Senders werden. Tim Mälzer wird aber erstmals nicht selbst kochen, sondern die Koch-Show produzieren. Darin sollen Gerichte von Profis präsentiert werden und die Zuschauer eine Anleitung zum Nachkochen erhalten. Mälzer: „Wir wollen nicht immer höher, schneller, weiter, größer und geiler.“ Das Kochen und die Inspiration sollen vielmehr im Vordergrund stehen. Die Sendung startet am 28. Januar und wird wochentags jeweils um 17 Uhr zu sehen sein.

Tom Breckwoldt von TripAdvisor auf der Gastro Vision 2015

Traveller’s Choice Adwards

Mit der Hilfe eines Algorithmus auf der Grundlage der Qualität und Quantität von Bewertungen hat das Bewertungsportal TripAdvisor seine Travellers‘ Choice Awards für Restaurants ermittelt. In der Kategorie „gehobene Küche” siegte die Schwarzreiter Tagesbar & Restaurant aus München vor dem Dresdener Genuss-Atelier  und dem Dresdener Restaurant Stresa. Auf den weiteren Plätzen landeten Miro’s Ristorante aus Königstein im Taunus, das Münchener Broeding, die Augsburger Steakmanufaktur, die Little London Bar& Grill in München, das Berliner Facil, das Münchener Limoni und das Berliner Restaurant Bieberbau. In der Kategorie „Restaurants für jeden Tag“ lag hingegen die Frankfurter Trattoria i Siciliani vorne. Auf den Plätzen: das Düsseldorfer Ristorante La Luce Due, das Restaurant Zum Wildschütz aus Garmisch-Partenkirchen, der Leipziger Ratskeller, das Caramba Especial, Philipps Restaurant und Estancia Steaks aus Hamburg, das Darmstädter Shiraz, das Ristorante A Mano aus Berlinund das  Shaka Zulu Restaurant & Bar aus Köln.

Am kommenden Montag können Sie hier den dritten Teil unseres Jahresrückblicks lesen — Von Köchen und Küchen.