Chronik der Woche

Hoteliers würden nicht Friedrich Merz wählen. Ein Start-up will Lebensmittel retten. Vom Online-Handel mit Lebensmittel profitieren vor allem Nischenfirmen. Kakao hält doch nicht geistig fit. Und Tony Hohlfeld war Zeuge einer spontanen Wunderheilung. Die Woche im Überblick.

Wenn die Hoteliers und Gastronomen den neuen CDU-Parteivorsitzenden wählen würden, hätte Friedrich Merz wohl keine Chance. Schließlich sprach Merz sich dafür aus, den 2010 von 19 auf 7 Prozent abgesenkten Mehrwertsteuersatz für das Hotelgewerbe wieder anzuheben, obwohl der zu Investitionen und Neueinstellungen in der Hotellerie geführt hat: „Das haben uns CSU und FDP eingetragen. Allein das zu korrigieren, wäre schon alle Mühe wert.“ Prizeotel-Chef Marco Nussbaum in der AHGZ: „Schade, dass Friedrich Merz die Fakten nicht berücksichtigt.“ Vielleicht hält er sie ja auch nur für Fake News wie Donald Trump, der Populist im Weißen Haus.

App gegen Lebensmittelverschwendung

Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müll. Zubereitete Salate oder Reste von Buffets dürfen die  900 Tafeln allerdings nicht annehmen, weil das gegen die Hygienevorschriften verstößt. Das durch die Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ bekannt gewordene Start-up Too Good To Go will nun per App Betriebe mit Privatpersonen vernetzen, damit Restaurants, Imbisse und Hotels ihre Reste für einen sehr fairen Preis anbieten, Lebensmittel retten und nebenbei noch Geld verdienen können. Larissa Volkenborn hat für die Frankfurter Allgemeine Zeitung getestet, ob das auch in der Praxis funktioniert.

Nischenhändler profitieren

Der Onlineumsatz für Lebensmittel hat im vergangenen Jahr erstmals die Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Lidl und Kaufland haben ihre Ausflüge in den E-Commerce jedoch schon wieder zurückgefahren. Aldi verzichtet in Deutschland fast ganz aus dem Versandhandel. Edeka und Rewe sind mit der Lieferung von Lebensmitteln nur in einzelnen Regionen am Start. Und Amazon Fresh beschränkt sich bislang auf drei Großstädte: Berlin, Hamburg und München. Vom Handel mit Fleisch, Obst, Gemüse und anderen frischen Artikeln, die viele Kunden gerne regional, in guter Qualität und nachhaltig beziehen würden, profitierten deshalb kleinere Versandhändler wie der Bremer Online-Supermarkt Myenso, meint das t3n-Magazin.

Foodwatch mahnt Landliebe ab

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat den Schulmilchlieferanten Landliebe abgemahnt,  weil er „jahrelang unzulässig Märchen über die vermeintlich positive Wirkung von Schokomilch verbreitet“ habe. Landliebe darf nun nicht mehr behaupten, dass Kakao die Intelligenz und Konzentration steigere und „geistig fit“ mache. Diese Angaben wurden bereits von den Internetseiten entfernt und auch eine abgemahnte Elternbroschüre wird nicht mehr verteilt. In diesem Zusammenhang kritisierte Foodwatch auch die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Es könne nicht sein, dass sie sich einerseits für eine Reduzierung von Zucker ausspreche und andererseits hinnehme, „dass der Zuckerkonsum an den Schulen staatlich gefördert wird“.

Geistig fit auch ohne Schokomilch von Landliebe

Zu guter Letzt

Über eine Wunderheilung berichtet Die Welt. Seitdem Tony Hohlfeld in seinem Restaurant Stornogebühren erhebt, wenn jemand einen Tisch reserviert, aber nicht erscheint, lässt er jeden Gast am Tag der Reservierung anrufen, um sich zu vergewissern, ob er auch wirklich kommt. Bei einer Dame, die einen Vierertisch reserviert hatte, aber angeblich dringend ins Krankenhaus musste, kam es dabei zu einer spontanen Wunderheilung. Als Hohlfeld sie darauf hinwies, dass er Stornokosten für die No-Show erheben müsse, war sie plötzlich putzmunter und verschob spontan ihren Krankenhausaufenthalt.