Ein Duschgel mit Haltung

Gemeinsam mit der Drogeriemarktkette Budnikowsky hat der FC St. Pauli das Duschgel „Anti-Fa“ rausgebracht — und damit mal wieder die Lacher auf seiner Seite.

Das Duschgel war kaum auf dem Markt, da war es sowohl im Fan-Shop des FC St. Pauli als auch in den Filialen der Drogeriemarktkette Budnikowsky bereits wieder ausverkauft. Wohl weniger, weil es auch Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau enthält, sondern weil es ein schöner Gag in Zeiten ist, „in denen Nazis auf ihren Demos ungehindert und unbehelligt rechtsextreme Parolen schreien dürfen und in denen geflüchtete Menschen bedroht und gejagt werden“. Denn mit dem Kauf des Duschgels Anti-Fa unterstützen die Fans die Initiative Laut gegen Nazis, die „seit Jahren wichtige Arbeit für eine weltoffene, bunte und tolerante Gesellschaft leiste“, wie es in einer Presseerklärung des Vereins hieß, in der das neue Shampoo vorgestellt wurde.

Dass sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hess über die angebliche Solidarisierung mit der links-extremistischen Antifa empörte, war zu erwarten und trug wohl ebenfalls zum Verkaufserfolg bei. „Wenn sich Leute aus dieser Partei aufregen, haben wir etwas richtig gemacht“, verteidigte Andreas Rettig, der Geschäftsführer des FC St. Pauli, die Produktion des Duschgels. Der Begriff beziehe sich lediglich auf eine antifaschistische Grundhaltung und verhöhne keineswegs Polizeibeamte, wie die AfD meint.

Not amused ist aber auch der Konsumgüterkonzern Henkel angesichts der Verballhornung seiner Fa-Seife: „Der Verkauf eines Duschgels mit dem Produktnamen Anti-Fa beziehungsweise die Verbindung des Begriffs Anti mit einem unserer Markennamen ist grundsätzlich nicht in unserem Sinne.“ Geschäftsführer Andreas Rettig nahm’s gelassen: „Wir haben von den Aussagen der Firma Henkel erfahren und stehen dazu mit unserem Partner Budni und auch mit Henkel im Austausch.“

Ab diesem Montag soll das erste Duschgel mit Haltung wieder erhältlich sein.