Die dreistesten Werbeaussagen

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat fünf Produkte für den „Goldenen Windbeutel” nominiert, den Schmähpreis für die dreisteste Werbeaussage des Jahres.

Mehr als hundert Produkte wurden über die Foodwatch-Beschwerdeplattform eingereicht. Noch bis Anfang Dezember besteht nun die Möglichkeit, darüber abzustimmen, welches Produkt den Preis für die dreisteste Werbeaussage 2018 erhalten soll.

Nominiert wurde Glacéau Smartwater von Coca-Cola, das mit Euro 1,65 pro Liter bis zu sieben Mal teurer ist als gewöhnliches Mineralwasser und „inspiriert von den Wolken, die aus Wasserverdampfung und Kondensation entstehen”, besonders frisch und klar schmecken soll. Das Wasser, moniert Foodwatch, werde jedoch erst verdampft und dann wieder aufgefangen, verloren gegangene Mineralstoffe würden erst später wieder künstlich hinzugefügt. Ernährungsphysiologisch sei das ein „recht unnützer Vorgang”.

Schwartau bewirbt Corny Milch als „ideal für den kleinen Snack mit Milch zwischendurch”. Der Müsliriegel besteht laut Foodwatch allerdings zur Hälfte aus Zucker und Fett.

Kids Tomato Ketchup von Heinz kostet bis zu 40 Prozent mehr als ein Ketchup für Erwachsene, obwohl er die gleichen Inhaltsstoffe enthalte — zum Beispiel zu viel Zucker.

Die Edeka-Eigenmarke Gut & Günstig verspricht, dass ihr Erbseneintopf keine geschmacksverstärkenden Zusatzstoffe enthält, obwohl zehn Zusatzstoffe im Kleingedruckten auf der Rückseite angegeben werden, die für die Herstellung von Kasseler und Bauchfleisch benötigt würden.

Der Bio-Hersteller Dennree hebt den besonders reinen Genuss seines Bratöls Olive hervor, das zur Hälfte aus weniger hochwertigem Sonnenblumenöl bestehe. Die auf dem Etikett abgebildeten Oliven begründet Dennree damit, dass das Bratöl die geschmacklichen Eigenschaften eines Olivenöls besitze — und verspricht, das Öl künftig „eindeutiger” zu etikettieren.

Fotos: Foodwatch