Julian Fuchs (Edgar Fuchs GmbH)

Auf der Gastro Vision begegnen wir nicht nur alten Hasen, die ein hohes Ansehen in der Branche genießen, sondern auch den Entscheidern von morgen. Aber was sind das für Leute? Was denken und was fühlen die Junior-Chefs, was möchten sie bewegen und was würden sie gerne einmal selbst erleben?  Unser Fragebogen gibt Auskunft.

Nachdem er 2013 sein Abitur gemacht und im elterlichen Betrieb eine zweijährige Ausbildung im Groß- und Außenhandel durchlaufen hatte, absolvierte Julian Fuchs Auslandspraktika bei der britischen Winterhalter Ltd. und der Halton Group Malaysia. Anschließend begann er ein Studium an der Hochschule Fulda, das er voraussichtlich 2019 als Bachelor of Science und Wirtschaftsingenieur abschließen wird. Seit 2016 ist er bei der Edgar Fuchs GmbH zudem als Projektbearbeiter tätig. Privat liest, reist und schwimmt er gerne, unternimmt Bergwanderungen oder übt sich im Flaschentauchen.

Worauf kommt es im Leben an?

Zufriedenheit, ganz klar. Das Problem ist, wie kommt man da hin. Ich glaube, ganz wichtig ist es, sich im Notfall, auch den äußeren Gegebenheiten zum Trotz, eine positive Grundeinstellung anzueignen. Zufrieden und glücklich zu sein hat, denke ich, auch viel mit der eigenen Einstellung zu tun.

Was wollen Sie noch schaffen und erreichen?

Ich habe mir schon als Kind zum Ziel gesetzt, die Firma weiterzuführen, die ich als Lebenswerk meines Großvaters, Vaters und Onkels sehe. Ich arbeite noch immer darauf hin, diese Fußstapfen ausfüllen zu können.

Welches Ereignis hat Ihr Leben geprägt oder verändert?

Da gibt es viele kleine Erlebnisse und Entscheidungen. Aber zum Beispiel ein Ereignis aus meiner Kindheit, an das ich mich noch gut erinnere. Mein Vater war mit mir auf dem Main Tower in Frankfurt und hat mir rundherum gezeigt, in welchen der beeindruckenden Gebäuden Küchen von uns stehen. Das hat mich damals schwer beeindruckt und inspiriert. Damals habe ich mir zum Ziel gemacht, auch in die Firma zu gehen.

Ihr liebster Drink?

Mit großem Abstand am Häufigsten trinke ich einfach Wasser, meist mit Kohlensäure. Zwischen Kaffee und Tee würde ich mich immer für Tee entscheiden. Wenn es um Cocktails geht, gerne einen Whiskey Sour, und bevor mir dann der Alkohol zu Kopf steigt, wechsle ich schnell zu einem Virgin Caipirinha oder Ipanema.

Ihr Lieblingsessen?

Das ist eine schwere Frage. Essen ist mir sehr wichtig und ich esse vieles sehr gerne, zudem mag ich Abwechslung und es gibt von überall auf der Welt großartige Gerichte. Aber die Kalbsschnitzel, wie sie meine gute Mutter macht, mit warmem Kartoffelsalat, sind wirklich immer eine Offenbarung.

Von der Edgar Fuchs GmbH ausgestatteter Gastro-Bereich im Restaurant Waterkant des Empire Riverside Hotels Hamburg

Mit wem hätten Sie gerne mal ein Dinner for Two und warum?

Mit einer Frau? Wenn ich die freie Wahl habe, würde mich ja zu sehr mal interessieren, wie bezaubernd Cleopatra wirklich war oder ob die schöne Helena wirklich so schön war, den Trojanischen Krieg zu rechtfertigen. Aber das Gespräch wäre in diesem Fall wohl schwierig, und wenn ich Personen aus der Geschichte und Literatur ausklammere, vielleicht mit Axel Hacke. Nicht auf romantische Weise, aber ich würde sehr gerne mal eine abendliche Diskussion mit ihm führen. Er ist Schriftsteller und Journalist und betätigt sich auch als Komiker, aber stets auf sehr intelligente und anregende Weise. Ein intelligenter Mann mit interessanten gesellschaftlichen Ansichten.

Worüber ärgern Sie sich und warum?

Ich weiß, die Welt ist nicht gerecht. Aber Ungerechtigkeit kann mich dennoch zur Weißglut treiben. Vor allem, wenn Menschen durch ihresgleichen nicht so behandelt werden, wie sie es verdienen, und wenn ihnen verwehrt bleibt, was ihnen zusteht. Oder wenn Menschen mit offensichtlich unmoralischen Aktionen durchkommen, ohne dafür verfolgt zu werden. Ich denke, neben Gesetzen gibt es zudem so etwas wie einen moralischen Kompass, Anstand, etwas, das wir uns erhalten und verteidigen müssen.

Was wäre Ihnen peinlich?

An der Kasse oder im Restaurant zu stehen und nicht genug Geld zu haben, um zu bezahlen. Aber zum Glück gibt es ja Kreditkarten.

Wo würden Sie gerne Urlaub machen?

Ich hatte das große Glück, in meinem kurzen Leben schon ein bisschen rumzukommen. Aber da gibt es sehr viele Ziele, die ich sehr gerne noch besuchen würde. Ein paar Sachen stehen ganz oben auf meiner Liste. Zum einen würde ich wirklich gerne an einem Segeltörn in der Karibik teilnehmen. Ein richtiges Segelboot, ein paar junge Leute, tolles, warmes Wetter und von Insel zu Insel fahren. Zum anderen würde ich gerne nach Peru fliegen und dort speziell die Ruinen der Chachapoyas sehen, oder die alte Nabatäer Stadt Petra im heutigen Jordanien besuchen.

Was würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Ein Satellitentelefon wäre sehr praktisch. Und für die Wartezeit würde ich mir eine schöne Hängematte mitnehmen und das Beste aus der Situation machen.

Der nächste Gastronomie- oder Hotel-Trend?

Hier kommen einem viele exotische Trends in den Sinn, die aber meiner Meinung schon da oder sogar im Rückgang sind. Ich denke, wir sollten in Zukunft auch die gute Hausmannskost nicht unterschätzen. Etwas leichter ausgeführt als traditionell und verbunden mit anhaltenden Trends wie Regionalität und Saisonalität, denke ich, dass sich das in naher Zukunft wieder einer zunehmenden Popularität in allen Altersklassen erfreuen wird.

Welches Kochbuch sollte in keiner Küche fehlen?

Lafers Grillbuch. Ich persönlich grille fast mehr als ich koche. Das Grillbuch von Lafer enthält neben Klassischem vor allem ein paar interessante, eher ungewöhnliche Ideen für den Grill, z.B. Kaiserschmarren vom Grill. Das Buch hat eine Sektion für Vorspeisen, Hauptgänge und Nachspeisen sowie Extraseiten für verschiedene Marinaden, z.B. Caipirinha Marinade.

Außerdem: SO GEHT BACKEN! Die Anleitungen sind in Form von einfachen Ablaufdiagrammen bildlich dargestellt. Ein wirklich praktisches Buch. Klasse für all die Köche, die Kuchen lieben, aber, wie ich, nicht so das Gefühl fürs Backen haben.

 

Ihr Credo?

Sic Parvis Magna. „Aus kleinem Großes.“ Ich verstehe darunter, dass kleine Taten und Dinge große Folgen haben können. Auf Details zu achten. Außerdem denke ich dabei an die ganz bescheidenen Anfänge meines Großvaters: Alles beginnt irgendwann mal klein.