Stornogebühren

Immer mehr Köche und Inhaber von Restaurants haben die Nase voll von Gästen, die einen Tisch reservieren, dann aber nicht erscheinen.

No show, nennt man das in der Gastronomiebranche, wenn jemand in einem Restaurant einen Tisch reserviert, dann aber nicht erscheint. Die Köche bleiben dann zwar nicht auf ihrem Essen sitzen, weil sie ja alles frisch zubereiten. Doch ärgerlich ist es allemal, wenn Gäste gleich in mehreren Restaurants einen Tisch für acht Personen blocken, sich aber erst am Abend der Reservierung entscheiden, in welchem sie auch wirklich speisen. Denn der verweiste Tisch hätte auch an andere Gäste vergeben werden können und ein Restaurant hat dann einen Verdienstausfall, der oft nicht mehr durch spontan erscheinende Besucher ausgeglichen werden kann.

Reservierungsgebühren decken gerade mal die Unkosten

Dem Sterne-Koch Tony Hohlfeld, auch bekannt von der Gastro Vision und seit 2015 Mitinhaber des Restaurant Jante in Hannover, war diese Unsitte, die in den vergangenen Jahren immer mehr um sich griff, schon seit langem ein Dorn im Auge. Pro Gast rechnet Hohlfeld, in dessen Restaurant nur 30 Gäste einen Platz finden können, mit einer Rechnung von durchschnittlich 150 bis 180 Euro. Als erstes hannoversches Restaurant verlangt das Jante deshalb nun für eine Reservierung 99 Euro pro Person. Kommt der Gast nicht, behält es das Geld ein. Die Stornogebühren, so Hohlfeld, deckten allerdings gerade mal die Kosten für die Einkäufe, die Miete und das Personal. Verdient habe er da noch keinen Cent.In der AHGZ begründete Hohlfeld die überfällige Maßnahme: „Es gehört überall zum guten Ton, rechtzeitig abzusagen. Nur nicht in der Gastronomie.”