Chronik der Woche

Bio-Produkte werden gelasert. Bioland rechtfertigt die Kooperation mit Lidl. Jérôme Boateng engagiert sich für Fair-Play-Hotels. Die beste Pizza kommt aus St. Pauli. Immer mehr Kaffeetrinker bevorzugen ganze Bohnen. Kaffee passt gut zu Craft-Bieren. Und Edeka hat ein Herz für Hipster. Die Woche im Überblick.

Weil eine EU-Verordnung vorschreibt, dass man Bio-Produkte deutlich von herkömmlichen unterscheiden können muss, werden Bio-Gurken oder -Bananen in Supermärkten absurderweise in Plastikhüllen eingeschweißt. Dem wollen Supermärkte wie Aldi, Edeka, Penny oder Rewe nun vorbeugen, indem sie beispielsweise Avocados oder Süßkartoffeln nicht mehr mit Stickern bekleben, sondern die Kennzeichnung direkt auf die Schalen lasern. Einer Schätzung des deutschen Naturschutzbundes zufolge könnten so jährlich 93.000 Tonnen weniger Verpackungsmüll produziert werden. Natural Branding nennt man das in der Branche.

Real Natural Branding auf der Gastro Vision 2008

Bioland rechtfertigt Kooperation mit Lidl

Nachdem der Discounter Lidl in der vergangenen Woche eine Kooperation mit Bioland angekündigt hatte, wird der Verband für ökologischen Landbau immer wieder gefragt, ob er zum Feind übergelaufen sei. Im Interview mit Spiegel Online rechtfertigte sich der Bioland-Chef Jan Plagge, indem er ausplauderte, warum man 18 Monate benötigt habe, um eine Kooperation einzugehen: „Ich war der Meinung, die können nicht nach unseren Prinzipien einkaufen, weil sie immer nur nach der billigsten Ware greifen und die Lieferanten gegeneinander ausspielen. Wir haben deren Wunsch nach Zusammenarbeit deshalb für eine Art Greenwashing-Kampagne gehalten. Dann haben wir aber gemerkt, dass bei denen ein langfristiges Veränderungsprojekt läuft, für das sie auf ökologische und heimische Produzenten setzen.”

Alles Bio oder was?

Boateng unterstützt Fair-Play-Hotels

Für eine faire Bezahlung von Hotel-Angestellten setzt sich nach Udo Lindenberg und Christian Rach nun auch der Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng ein: „Fair-Play ist für mich extrem wichtig auf dem Platz. Wenn du auch Fair-Play in deinem Job haben möchtest, halte dich an Fair-Job-Hotels.“ Ob er demnächst auch in die Nationalmannschaft der Köche berufen wird, bleibt aber abzuwarten.

Spielt Boateng demnächst auch in der Nationalmannschaft der Köche?

Die beste Pizza kommt aus St. Pauli

Einer Umfrage des Reiseportals TripAdvisor zufolge backt die Hamburger Pizzabande auf St. Pauli die besten Pizzen in Deutschland. Ausgewählt wurden die Pizzerien „anhand der Qualität und Quantität von Reviews sowie von besonders guten Pizza-Bewertungen“. In der Tabelle rangiert die Pizzeria, in der  auch vegane Pizzen ohne Fleisch und Käse gibt, vor Restaurants aus Berlin und Düsseldorf. Von der Qualität der Pizzeria in der Lincolnstraße hat sich die Magazin-Redaktion schon des Öfteren überzeugt.

Die ganze Bohne soll es sein

Der Trend zu ganzen Bohnen hält an

Kaffee ist weiterhin das meistkonsumierte Getränk in Deutschland und sorgt für die größten Margen im Außer-Haus-Markt. Laut Holger Preibisch, dem Geschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands, geht dabei „der Trend zur portionsweisen Kaffeezubereitung” weiter. „Verbraucher bevorzugen zunehmend ganze Bohnen, die erst kurz vor dem Brühvorgang frisch gemahlen werden und eine unkomplizierte Zubereitung erlauben“, sagte er der AHGZ. Obwohl der Absatz um fast 5 Prozent zurückging, ist Filterkaffee mit einem Marktanteil von fast 60 Prozent noch immer das stärkste Segment im Röstkaffeemarkt. Ebenfalls zugelegt haben Kapseln, während Kaffeepads im vergangenen Jahr leicht rückgängig waren.

Kaffee passt gut zu Craft-Bier

Für Stefan Weber, den geschäftsführenden Gesellschafter der Casualfood GmbH, passen Kaffee und Craft-Bier hervorragend zusammen. Das von Casualfood betriebene Beans & Barley im Flughafen Berlin-Schönefeld bietet deshalb gleich 15 Craft-Biere der Marken Stone Brewing, Braufactum und Berliner Berg an und röstet die Kaffeebohnen besonders schonend in seiner Hausrösterei. Und da es in der Hauptstadt besonders viele Hipster gibt, umfasst das Angebot auch Mandel-, Hafer-, Soja- und laktosefreie Milch.

Edeka-Werbung vor dem Berghain (Fotos by Edeka)

Edeka veräppelt Hipster

Die Hipster aufs Korn genommen hat hingegen Edeka. Anlässlich des 111-jährigen Bestehens der Genossenschaft projizierte sie am Prenzlauer Berg, vor dem Nachtclub Berghain oder Unter den Linden Werbebotschaften an Hauswände, über die man einfach schmunzeln muss.