Süß soll er sein, saftig und knackig

Einen Apfel kann man verschlingen wie ein gutes Buch. Leider gelangen nur wenige Sorten in den Handel. Denn die Konsumenten bevorzugen bei Äpfeln ganz bestimmte Eigenschaften.

Schon als Kind lernt man: An apple a day keeps the doctor away. Äpfel enthalten schließlich viel Vitamin C, Ballaststoffe und Polyphenole, die gut für das Herzkreislaufsystem sind, entzündungshemmend wirken und  angeblich vor Darmkrebs schützen. Von den geschätzten 30.000 Sorten, die es weltweit gibt, gelangen jedoch nur wenige in den Handel. Und die meisten von ihnen sind sehr anfällig für Schorf, einen Pilzbefall, der sich besonders gut ausbreiten kann, wenn eine Plantage nur aus einer einzigen Sorte besteht — weshalb sie mit chemischen Gegenmitteln bespritzt wird.

Das Spritzen macht uns auf Dauer zwar nicht so krank, als wenn wir jeden Tag Pizza und Pommes essen würden, wie die Pomologin Susanne Becker in der taz meint. Auf Streuobstwiesen, „auf denen die Bäume weit auseinander stehen und wo viele verschiedene alte Sorten kultiviert werden”, hätten aber nur wenige Äpfel Schorf.

Lässt sich gut transportieren und lange lagern — neue Apfelsorte von Macintosh

Weil alte Sorten oft ein bisschen platt aussehen, nicht so groß sind wie neue  Sorten und auch noch einen Knubbelstiel hätten, seien sie bei den Konsumenten und Händlern jedoch nicht so beliebt. Denn heute soll ein Apfel süß, saftig und knackig sein, er müsse sich gut transportieren lassen und lange lagerbar sein. Und die Apfelanbauer wünschten sich auch noch einen langen Stiel, weil die Äpfel  dann besser zu pflücken seien.