Nachhaltige Produzenten von Plastikmüll

Einer Erhebung der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge produzieren Coca-Cola und Pepsi-Cola sowie Nestlé weltweit den meisten Plastikmüll.

In Zusammenarbeit mit der Bewegung Break Free From Plastic organisierte Greenpeace 239 Reinigungsaktionen in 42 Ländern, in deren Rahmen 187.000 Plastikteile untersucht wurden. Dabei fanden die beiden Umweltschutz-Organisationen in 40 der 42 Länder Plastik-Abfall von Coca-Cola. Am weitesten verbreitet war jedoch Styropor, aus dem vor allem Wegwerf-Kaffeebecher produziert werden, dicht gefolgt von PET-Mehrwegflaschen.

Immerhin haben sich Coca-Cola, Pepsi-Cola und Nestlé verpflichtet, ihre Verpackungen bis zum Jahr 2025 wiederverwendbar, wiederverwertbar oder kompostierbar zu machen, wie das auch Mondelez (Milka, Jacobs, Oreo) vorhat. Doch mit 11,7 Millionen Tonnen Plastikmüll im Jahr 2016 sind die Deutschen Spitzenreiter in Europa. Lediglich 42 Prozent werden hierzulande recyclet, während Dänemarks Quote bei 90 Prozent liegt.

Uwe Kleinert, der Leiter Nachhaltigkeit bei Coca-Cola Deutschland, verweist indes stolz darauf, dass der Brausekonzern bereits seit 90 Jahren Glasflaschen über ein Pfandsystem sammele und sie im Schnitt 25 Mal wiederbefülle. PET-Flaschen, die vor allem im Einzelhandel verkauft werden, würden im Schnitt 15 Mal wieder befüllt und zu 97 Prozent wiederverwertet. Zudem arbeite Coca-Cola mit dem WWF und der Ocean Conservancy’s International Coastal Cleanup zusammen, freiwilligen Helfern, die den Müll an den Meeresküsten einsammelten, und stünde auf Platz 48 der nachhaltigsten Unternehmen der Welt.

Weiterhin auf dem Kriegspfad — André Lau von Viva con Agua

Auch sonst sorgt Nestlé nicht gerade für positive Schlagzeilen. Einer Reportage des britischen „Guardian” zufolge haben die kanadischen Ureinwohner im Six-Nations-Reservat entweder nur Zugang zu verschmutztem Wasser oder gar kein fließend Wasser, während der Lebensmittelriese weiterhin 3,6 Millionen Liter Wasser in ihrem Gebiet abpumpt, es in  Flaschen abfüllt und verkauft. Rund 90 Prozent der Häuser im Six-Nations-Reservat sind nicht an das Wasseraufbereitungssystem angeschlossen. Nestlé muss für eine Million Liter hingegen nur 390 Dollar (knapp 340 Euro) bezahlen, von denen die Six Nations keinen Cent erhalten. Der Frischwasser-Experte Peter Gleick bringt es im „Guardian” auf den Punkt: „Die Tatsache, dass Nestlé die natürlichen Ressourcen in einer Gemeinschaft kommerzialisiert, die keinen Zugang zu verlässlich-sicherem, bezahlbarem Trinkwasser hat, ist ein verblüffendes Beispiel für die Ungleichheiten, die wir weltweit sehen. Die Reichen können für Wasser zahlen und die Armen werden immer wieder übers Ohr gehauen.“