Chronik der Woche

… heute ausnahmsweise schon am Donnerstag. Kentucky Fried Chicken expandiert. Ein Drittel der Bewertungen auf Tripadvisor sollen Fakes sein. Die Aubergine ist das neue Superfood. In Berlin vergibt die Gastro Vision ihren Förderpreis. Kulinarisches Vergnügen ist reine Kopfsache. Und Bargeld lacht. Die Woche im Überblick.

Um zur größten Fast-Food-Marke weltweit zu werden, will Kentucky Fried Chicken allein in Deutschland 800 Filialen in Städten eröffnen, in denen es noch keine gibt. Damit soll der Umsatz von 240 Millionen Euro auf eine Milliarde gesteigert werden. Aktuell wird alle sieben Stunden ein neues KFC-Restaurant irgendwo auf der Welt eröffnet. Insgesamt soll die Anzahl von 21.500 Restaurants auf 60.000 ansteigen — McDonald’s kommt momentan auf 40.000 Niederlassungen. Angeblich stammen alle verarbeiteten Hähnchen aus Bodenhaltung und werden an die Filialen als Frischfleisch angeliefert, „nicht als vorgeformte und gefrorene Fertigteile”, wie der Deutschland-Chef Marco Schepers in der Welt betont: „Bei uns wird noch richtig gekocht.“ Vorbei die Zeiten, da sich der Comedien Olli Dittrich in der RTL-Show „Samstag Nacht” Kentucky Fried Chicken noch als „Kentucky schreit ficken” verballhornte.

Poulet Frit Kentucky

Ein Drittel Fakes?

Die britische Tageszeitung „The Times” wirft dem Bewertungsportal Tripadvisor vor, dass ein Drittel aller Bewertungen gefälscht seien, und bezieht sich dabei auf Datenanalysen von Fakespot. Gegenüber der AHGZ wies Tripadvisor diese Behauptung aber zurück. Die Versuche von Fakespot, Bewertungen zu analysieren, seien „äußerst unzuverlässig und grundlegend fehlerhaft“, da Fakespot keinen Zugriff auf die wesentlichen technischen Kerndaten habe. Außerdem bestehe das Geschäftsmodell von Fakespot darin, Nutzer davon zu überzeugen, dass man Bewertungsseiten nicht vertrauen könne. Genau darauf, auf Vertrauen, basiere aber Tripadvisor. „Wenn die Inhalte nicht nützlich wären, wenn sie keine guten Empfehlungen liefern würden, dann würden die Verbraucher nicht immer wieder auf unsere Website zurückkehren“, verteidigte sich das Portal in der AHGZ. Im Übrigen habe man in den vergangenen Jahren verhindert, dass 60 Webseiten weiterhin gefälschte gute Bewertungen anbieten. Medienberichten zufolge hat Fakespot Zehntausende Bewertungen analysiert.

Amerikanisches Fake-Hotel

Plötzlich hip

Als nächstes Superfood gehandelt wird die Aubergine, die aus Asien über Persien nach Europa kam und vor allem in der mediterranen Küche zu einem zentralen Element wurde. Dass das Nachtschattengewächs plötzlich so gehypt wird, hat aber weniger mit ihrem Geschmack als mit ihrer Farbe zu tun. Nachdem die Avocado im vergangenen Jahr in aller Munde war, weil sie perfekt zur Trendfarbe Greenery passte, entspricht die Aubergine dem ultravioletten Farbton Pantone 18-3838, der aktuell in der Mode- und Kosmetikindustrie als hip gilt. In der japanischen Küche, so die FAZ, ist die Aubergine aber schon seit etwa zwölf Jahrhunderten heimisch, und wenn man von ihr träume, sei das ein gutes Omen – das japanische Wort für Aubergine, nasu, klinge nämlich ähnlich wie die japanischen Wörter für „erreichen“ und „erfüllen“.

Wer gewinnt den Förderpreis 2019?

Förderpreis

Bereits zum 15. Mal vergibt heute die Gastro Vision ihren Förderpreis, mit dem neue Food-und Beverage-Produkte, innovative Dienstleistungen, Einrichtungskonzepte oder außergewöhnliche Apps aus den Bereichen der Zulieferindustrie für Hotellerie, Gastronomie und Catering ausgezeichnet werden. Die 13 Finalisten, die wir Ihnen bereits in dieser Woche vorgestellt haben, präsentieren sich heute in Berlin einer hochkarätig besetzten Jury, der mit Suzann Heinemann erstmals auch eine Dame angehört. Die Preisverleihung findet wie gewohnt auf der nächsten Gastro Vision in Hamburg statt.

Gastrologik

Hoffentlich wissen die Finalisten auch, dass kulinarisches Vergnügen im Kopf und nicht im Mund entsteht. Der Meinung ist zumindest der experimentelle Psychologe Charles Spence, der sich seit 20 Jahren mit der Frage beschäftigt, was Essen für den Konsumenten attraktiv macht, und in seinem Buch „Gastrologik” behauptet, dass schon die Farbe und Form des Tellers das Geschmackserlebnis verändern können. Spiegel Online erinnert uns daran, dass Spence vor zehn  Jahren den Ig-Nobelpreis – eine Art Anti-Nobelpreis – für seine Erkenntnis erhielt, „dass Kartoffelchips umso frischer schmecken, je mehr sie beim Kauen knuspern”.

Bargeld lacht

Weil Geldautomaten auf dem Land rar gesät sind, bieten inzwischen fast alle Supermarktketten ihren Kunden die Möglichkeit, ab einem bestimmten Einkaufswert kostenlos Bargeld abzuheben. Mit dem Effekt, dass diese oft mehr einkaufen, um am Cash-Back-Verfahren teilnehmen zu können. Das bestätigt laut der SZ eine Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten der Deutschen.

Weisheit der Woche

Karotten verbessern die Seekraft — Wein verdoppelt sie.