Chronik der Woche

Lidl kopiert Lemonaid. Kartoffeln und Salatgurken werden teurer. Eine gesunde Ernährung senkt den Wasserverbrauch. Russen trinken weniger Alkohol als Deutsche. Craft-Bier-Brauereien wollen neue Kneipen eröffnen. Und digitale Metzger gehen auf die Trüffeljagd. Die Woche im Überblick.

Mit jeder verkauften Flasche fördert Lemonaid soziale Projekte in den Anbauregionen, aus denen es seine Zutaten bezieht. Nun aber hat der Discounter Lidl eine ähnlich aussehende Limonade auf den Markt gebracht, was den Lemonaid-Gründer Paul Bethke zurecht erzürnt: „Gleiche Optik – gänzlich anderer Inhalt.“ Denn die Lidl-Limo habe weder mit Bio noch mit Fairtrade zu tun, sondern enthalte viel Zucker, Farbstoffe und Säuerungsmittel – sozialer Beitrag gleich null. Auf Nachfrage von „Gründerszene“ und „NGIN Food“ ruderte Lidl bereits zurück. „Bei der von Ihnen angesprochenen Limonade handelt es sich um ein Aktionsprodukt, das Mitte Juli für einen begrenzten Zeitraum in einigen Regionen Deutschlands erhältlich war und mittlerweile nicht mehr in unseren Filialen angeboten wird“, teilte das Unternehmen mit.

Gurken mögen keinen Stress

Salatgurken sind Sensibelchen

Erst haben wir uns über den zurückliegenden Sommer gefreut. Dann haben wir über die Hitzewelle gestöhnt. Und jetzt beginnt das große Jammern. Weil die Ernte infolge der Dürre deutlich geringer ausgefallen ist, wird der Preis für Kartoffeln ebenso steigen wie der für Salatgurken, die in den Augen des Marktanalysten Michael Koch ohnehin „Sensibelchen” sind, weil sie unter Stress leiden, wenn es zu warm oder zu sonnig ist.

Der Sommer war schuld — auch Kartoffeln werden teurer

Gesundes Essen spart Wasser

Der Wechsel zu einer gesunden Ernährungsweise mit wenig Fleisch und mehr Obst und Gemüse könnte zu einer Wasserersparnis von 11 bis 35 Prozent führen. Bei einer Ernährung ohne Fleisch, aber mit Fisch, würden 33 bis 55 Prozent eingespart, bei rein vegetarischer Lebensweise 35 bis 55 Prozent. Das ergab eine Studie der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission. Die Umstellung auf eine gesunde Ernährung sei deshalb nicht nur gut für die menschliche Gesundheit, sie reduziere auch erheblich den Verbrauch von Wasserressourcen.

Russen trinken weniger Alkohol als Deutsche

Dem neuesten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge leben Europäer länger und gesünder als noch vor einigen Jahren. Zwar liegt der Alkoholkonsum mit 11 Litern pro Kopf in Deutschland über dem europäischen Durchschnitt (8,6 Liter), während er in Russland auf 10,1 Liter pro Jahr gesunken ist. Spitzenreiter ist jedoch Litauen mit 15,2 Litern.

Craftbier soll erlebbar werden

Kneipen … verzweifelt gesucht!

Neue Orte, „um unser Bier erlebbar zu machen”, sucht ungeachtet dessen die US-amerikanische Brauerei Stone, die ihre Craft-Biere nicht nur in den USA, sondern auch im Süden Berlins produziert. Viele Gaststätten, so die Welt, sind nämlich an langfristige Verträge mit Braukonzernen gebunden, die dafür Teile der Ausstattung gratis zur Verfügung stellen. Bis zu 20 Bars will auch die schottische Brewdog-Brauerei hierzulande eröffnen, deren „Mission” es ist, „so viele Menschen wie möglich für Craft Beer zu begeistern, und dazu gehört es, unser Bier auch für so viele Deutsche wie möglich verfügbar zu machen”.

Digitale Metzger beim Schlachten (Foto: Raps)

Trüffeljagd 2.0

Zur Trüffeljagd lädt die Adalbert-Raps-Stiftung vom 11. bis 13. November digitale Metzger, Landwirte und Jungunternehmer aus der Fleischbranche ein. Wie bitte, was? Ach so: „Beim Trüffeljagd Digital Lab geht es darum, für jeden Teilnehmer eine individuelle Digitalstrategie für seinen Betrieb zu erarbeiten.“ In Frankfurt am Main können sich innovative Metzger mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung beschäftigen und konkrete Strategien für ihren Betrieb erarbeiten. Darüber hinaus lädt die Adalbert-Raps-Stiftung am 21. Oktober im Rahmen der Leitmesse SÜFFA in Stuttgart Trüffeljäger und Interessierte zu einem Meetup ein.