Budnikowsky expandiert in die Hauptstadt

Die Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky eröffnete soeben in der Schönhauser Allee 120 in Berlin-Prenzlauer Berg ihre erste Filiale in der Hauptstadt und will künftig mit den Platzhirschen Rossmann und dm konkurrieren.

Mit seinem erfolgreichen Nachbarschaftskonzept entwickelte sich das 1912 von Iwan Budnikowsky in Hamburg gegründete Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten von einem Spezialgeschäft für Seifen zu einer Kette mit heute 186 Filialen und knapp 2 000 Mitarbeitern, die mit 25.000 Produkten über das größte Sortiment aller Drogeriemärkte verfügt. Am Prenzlauer Berg in Berlin will man nun noch einen Schritt weitergehen: Naturkosmetik soll eine noch größere Rolle im Sortiment spielen, einheimische Produkte wie Proviant-Limonaden, Craft-Biere, Kaffee des Rösters Tres Cabezas und Brot der Kreuzberger Biobäckerei Beumer & Lutum wurden bereits bei der Eröffnung am vergangenen Mittwoch angeboten. Eine Kaffeebar dient als nachbarschaftlicher Hotspot und soll für eine neue „Aufenthaltsqualität” sorgen. Und zudem verfügt die erste Berliner Budni-Filiale über den deutschlandweit ersten Printcube, einen WLAN-Drucker, bei dem der Kunde keine aufwändige Fotoübertragung mehr benötigt.

Think global, act local — Berliner Craft-Biere

Christoph Wöhlke, der Budnikowsky gemeinsam mit seinem Vater Cord und seiner Schwester Julia leitet, ist denn auch optimistisch, dass der Budni in der Schönhauser Allee schon bald durch die Decke geht, zumal man in Berlin freier agieren und auch mal neue Dinge ausprobieren könne, im Gegensatz zu Hamburg, wo es eine klare Erwartungshaltung an das Sortiment und die Ausstattung einer Budni-Filiale gebe: „In Berlin gibt es diese Nische für uns, in der sich die größeren Wettbewerber nicht bewegen.”

Zusätzlich engagiert sich Budni über den Budnianer Hilfe e.V. für soziale Kinder- und Jugendprojekte. So unterstützt jede Filiale ein Projekt in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft, in diesem Fall die Jugendfarm Moritzhof im Mauerpark.

Think local, act global — Fresh Factory goes Budni

Allianz mit Edeka

Um gegen die großen Drogisten antreten zu können, schmiedete Wöhlke bereits im Mai eine Allianz mit der ebenfalls aus Hamburg stammenden Supermarktkette Edeka, die stärker ins Drogeriegeschäft einsteigen und dank ihrer Marktmacht auch für Budnikowsky Preise im Einkauf erzielen kann, die für Budni allein unerreichbar geblieben wären. An der gemeinsamen Gesellschaft, die für den Einkauf, die Logistik und die Verwaltung der Drogerieartikel zuständig ist, hält Edeka  eine Sperrminorität von 25,1 Prozent, kann ihren Anteil aber auf bis zu 74,9 Prozent erhöhen.

Bis Ende des Jahres soll aber erst mal ein zweiter Laden auf der Schönhauser Allee hinzukommen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Edeka auch eigene Budnis in Berlin eröffnet, was Budnikowsky  im Wettbewerb mit den 250 Berliner Rossmann- und dm-Filialen weiter stärken würde. Ein erster Versuchsballon startet demnächst in Bremerhaven, wo Edeka seinen ersten eigenen Budni eröffnet.