Chronik der Woche

Die Rekordhitze sorgt dafür, dass wieder mehr Bier getrunken wird. Bei Edeka können Kunden im Kühlhaus der Hitze trotzen. Philosoffee hat eine Pop-up-Coffee-Bar eröffnet. Handelsmarken laufen Markenprodukten den Rang ab. Ausgerechnet Discounter erweisen sich als Vorreiter einer Fleischkennzeichnung. Und ein Leipziger Start-up hat die Pizza geschrumpft. Die Woche im Überblick.

Dass die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM schon in der Vorrunde ausgeschieden ist, haben die Bier-Brauereien schon längst verschmerzt. Mesut Özil eignete sich als bekennender Muslim ohnehin nicht als Werbeträger, und die seit April anhaltende Hitzewelle sorgte dafür, dass der Umsatz erstmals seit Jahren wieder gestiegen ist. 47,1 Millionen Liter flossen im ersten Halbjahr 2018 durch die Kehlen der Verbraucher, alkoholfreies Bier noch gar nicht mitgerechnet. Sorgen bereitet allein der Leergutmangel, der durch marketingbedingte individualisierte Getränkeflaschen noch verschärft wird, die einen Austausch unter den Brauereien verhindern, wie die Welt berichtet.

Sommermärchen

Sommermärchen — auch ohne Fußball

Ab ins Kühlhaus

Eine neue Einnahmequelle entdeckt hat derweil eine Edeka-Filiale im hessischen Friedberg. Sie vermietet ihr Kühlhaus an Kunden, die sich schnell mal abkühlen wollen. Zwei Minuten kosten 3 Euro, fünf Minuten fünf und eine Zehnerkarte 20 Euro. Die meisten Kunden, so der Filialleiter Lars Koch auf Spiegel Online, hielten das Angebot zwar für einen Witz, doch es gebe auch „ein paar Wahnsinnige”, die sich tatsächlich ins Kühlhaus setzten.

Pop-up-Coffee-Bar

Eine Pop-up-Coffee-Bar hat das Berliner Start-up Philosoffee in der Rosenthaler Str. 66 in Berlin eröffnet. Neben kalt gebrühtem Kaffee kann man dort noch bis zum 11. August auch einen Koldbrew Tonic trinken.

Gastro

Philosoffee auf der Gastro Vision @ Intergastra

Gut & günstig? Ja!

Den Eigenmarken von Supermarktketten kommt eine immer größere Bedeutung zu. Wurde vor 20 Jahren nur jeder fünfte Euro für Handelsmarken ausgegeben, lag ihr Marktanteil im vergangenen Jahr bereits bei 37,4 Prozent, Tendenz steigend. Fast jeder zweite Verbraucher pfeift bereits auf den Unterschied zwischen einem Markenprodukt und einer Handelsmarke wie „Ja!” (Rewe) oder „Gut & günstig” (Edeka), der meistens ohnehin nur noch im deutlich günstigeren Preis besteht. „Der Handel treibt die Markenartikler vor sich her“, weiß denn auch Werner Motyka, Experte für Nahrungsmittel und Verpackung bei der Beratungsfirma Munich Strategy, in der Welt. Die Markenkonzerne hätten sich zu lange auf ihren Lorbeeren ausgeruht und als zu wenig innovativ erwiesen. Und auch der Verzicht auf Plastikverpackungen werde eher von den Handelsketten als von den Herstellern forciert.

Kaum zu glauben, aber wahr

Nach Discountern wie Aldi, Kaufland, Lidl, Netto oder Penny will nun auch die Supermarktkette Rewe bei sämtlichen Eigenmarken aus den Selbstbedienungsbereichen Frischfleisch und Geflügel eine Haltungskennzeichnung einführen. Und auch an den Frischfleischtheken sollen die Kunden über die Umstände der Aufzucht informiert werden. Die Kennzeichnung, hofft man bei Lidl, soll dazu führen, dass verstärkt Produkte aus tiergerechterer Haltung gekauft werden. Die SB-Warenhauskette Real setzt hingegen auf eine bundesweit gültige gesetzliche Regelung. Doch die dürfte, so die FAZ, noch etwas auf sich warten lassen. Die Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) strebe aber an, dass das geplante staatliche „Tierwohllabel“ im Jahr 2021 in die Supermärkte komme.

 

Dosen-Arrangement-vegan

Zu guter Letzt

Die Pizza auf Tic-Tac-Größe geschrumpft hat hingegen das Leipziger Start-up Smicies. Wem Chips oder Snacks bislang zu ungesund waren oder wer keine Lust auf Süßes hat, kann seinen Heißhunger nun mit tablettengroßen Snacks in den Geschmacksrichtungen Italian Pizza, Cheese Gratin und Bacon Pita stillen.